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Das Verbrenner-Aus bedroht Tausende Arbeitsplätze

Angesichts der Krise in der Automobilindustrie sollte die EU-Kommission diese Vorgabe zurücknehmen, fordert Redakteur Wolfgang Leja.
dpa/Sepp Spiegl)Der Kahlschlag geht um in der Automobilindustrie: Bundesweit waren Ende 2025 rund 50.000 Menschen weniger in der Branche beschäftigt als ein Jahr zuvor; dieser Trend trifft Baden-Württemberg als Autoland überdurchschnittlich.
Kein Wunder, dass Forderungen lauter werden, das Verbrennerverbot der EU zurückzunehmen. Denn bei genauem Hinsehen bringt der im Dezember von der EU-Kommission vorgeschlagene Kompromiss – der noch vom EU-Parlament bestätigt werden muss – kaum Entlastung für die Autobauer. Das irritiert auch Wirtschaftsministerin Nicole Hofmeister-Kraut (CDU). In einem Brief an EU-Parlamentarier kritisiert sie, dass die Effekte des EU-Vorschlags so minimal seien, dass es faktisch beim Verbrenner-Aus bleibe.
Die EU will, dass die Autohersteller ihre Emissionen bis zum Jahr 2035 nur noch zu 90 Prozent (statt 100) gegenüber 2021 senken. Die restlichen zehn Prozent sollen etwa durch grünen Stahl kompensiert werden. Zu komplex, wenig praxistauglich und zu bürokratisch, kritisiert Hofmeister-Kraut. Sie fordert einen Kurswechsel von Brüssel. Die Frage ist nur, ob ein bisschen Kosmetik die angeschlagenen Autobauer rettet?
Brüssel muss angesichts der brisanten Lage überlegen, die Vorgaben komplett zu kassieren. Doch selbst das wird nicht reichen. Die EU muss die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie jetzt priorisieren. Hier ist sehr viel zu tun, damit Europa von der wachsenden Konkurrenz nicht abgehängt wird. Zu viel steht auf dem Spiel, gerade für Baden-Württemberg.