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Die baden-württembergische Exportindustrie sieht ersten Hoffnungsschimmer

Die heimische Autoindustrie ist stark vom Export abhängig. In diesem Jahr könnten die Ausfuhren wieder leicht steigen, erwartet die Industrie insgesamt.
IMAGO/Arnulf Hettrich)Stuttgart. Die Industrie in Baden-Württemberg blickt zu Jahresbeginn wieder etwas optimistischer auf das Auslandsgeschäft als noch 2025. Nach Angaben des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK) rechnen 28 Prozent der heimischen Industrieunternehmen in den kommenden zwölf Monaten mit steigenden Ausfuhren – zwei Prozentpunkte mehr als im Sommer 2025. Erstmals seit zwei Jahren überwiegen wieder die positiven Stimmen, fasst der BWIHK die Sonderauswertung der aktuellen Konjunkturumfrage der zwölf Kammern zusammen.
Asiatischer Markt ohne China bietet größte Chancen
Als echte Trendwende will man das aber noch nicht interpretieren. „. Das ist ein wichtiges Signal – allerdings zunächst nur eine Momentaufnahme, wie sie zu Jahresbeginn häufiger zu beobachten ist“, sagt BWIHK-Vizepräsident Claus Paal und ergänzt: „. Ob daraus mehr wird, zeigt sich erst im Laufe des Jahres.
Die Erwartungen der exportorientierten Unternehmen sind in unterschiedlichen Weltregionen sehr unterschiedlich. Am besten wird derzeit der asiatische Raum ohne China bewertet. 29 Prozent aller Industriebetriebe erwarten, dass sie in diese Länder mehr verkaufen können. Ein halbes Jahr zuvor waren es mit 26 Prozent noch etwas weniger gewesen.
Bei den Industrie- und Handelskammern macht man dafür den Abschluss des Handelsabkommens mit Indien verantwortlich. Für das für viele Branchen nach wie vor wichtige Zielland China haben sich die Einschätzungen der heimischen Exportwirtschaft dagegen noch etwas stärker eingetrübt.
Die Exporterwartungen für die USA sind uneinheitlich. 30 Prozent der Firmen erwarten steigende Ausfuhren, ein Drittel Rückgänge. Im Vergleich zu 2025 hat sich die Lage aber offenbar entspannt. Im Sommer 2025 gingen 53 Prozent von sinkenden Ausfuhren aus.
Bereitschaft zu Investitionen bleibt nahezu unverändert
Rund ein Drittel der Industriebetriebe aus dem Südwesten investiert im Ausland, so viele wie auch im Vorjahr. 34 Prozent wollen ihre Budgets erhöhen, 13 Prozent planen Kürzungen bei Investitionen. „Wir sehen keinen Rückzug aus den internationalen Märkten – aber auch keinen Investitionsboom“, interpretiert Paal die Zahlen.