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Wolfgang Grupp kritisiert Linke und CDU-Kurs gegenüber AfD

Ex-Trigema-Chef Wolfgang Grupp kritisiert die von der Berliner Linken geplante Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände und fordert zugleich mehr Verantwortung von Wohnungsgesellschaften.
IMAGO/Manfred Behrens)Burladingen/Berlin. Nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin hat Ex-Trigema-Chef Wolfgang Grupp die Pläne der Partei zur Vergesellschaftung von Wohnungen kritisiert. „Wohnungsunternehmen einfach zu enteignen, kann nicht sein“, sagte der 84-Jährige der „Bild“-Zeitung. „In einer Marktwirtschaft kann man niemanden enteignen, nur weil sein Unternehmen gut läuft.“
Gleichzeitig forderte Grupp laut dem Bericht mehr Verantwortung und Haftung bei großen Wohnungsgesellschaften. „Die müssen geradestehen für das, was sie tun.“ Und auch bei den Kosten sieht er demnach Grenzen: „Beim Wohnungsbau und bei den Mieten kann nicht alles immer teurer werden. Es muss gerecht sein.“
Linke wurde am Sonntag in Berlin stärkste Kraft
Spitzenkandidatin Elif Eralp, die als erste Regierende Bürgermeisterin ihrer Partei ins Rote Rathaus einziehen könnte, will in möglichen Koalitionsverhandlungen eine Vergesellschaftung von Wohnungen großer Konzerne gegen Entschädigung in den Mittelpunkt stellen.
Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am Sonntag war die Linke laut dem vorläufigen Ergebnis mit 25,7 Prozent stärkste Kraft geworden – sie schnitt doppelt so stark ab wie bei der letzten Wahl 2023. Dahinter folgen CDU (18,8 Prozent), AfD (16,3 Prozent), Grüne (14,3 Prozent) und SPD (12,1 Prozent).
Grupp kritisiert auch CDU-Kurs gegenüber AfD
Auch mit der CDU geht Grupp nach den jüngsten Wahlergebnissen ins Gericht. Der frühere Trigema-Chef hält die Abgrenzung der Partei von der AfD für einen Fehler. „Die Brandmauer war ein Riesen-Eigentor“, sagte der 84-Jährige der „Bild“.
Aus seiner Sicht müsse die CDU nun rasch Konsequenzen ziehen. Zwar schätze er Bundeskanzler Friedrich Merz, sagte Grupp. Zugleich kritisierte er dessen Kurs gegenüber der AfD: „Dass ich als CDU-Vorsitzender sage, mit der AfD spreche ich nicht, das geht nicht.“ (dpa)