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In den Bauberufen sinkt die Zahl der Beschäftigten im Land

Wenn die Infrastrukturmilliarden des Bundes verbaut werden sollen, könnte nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit das Personal auf den Baustellen knapp werden.
IMAGO/Joerg Boethling)Stuttgart. Gibt es am Bau genügend Arbeitskräfte, wenn in diesem Jahr durch das Investitionspaket des Bundes mehr Geld für Infrastrukturprojekte zur Verfügung steht? Ja, hat bislang stets der Branchenverband Bauwirtschaft Baden-Württemberg betont, doch Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) wecken gewisse Zweifel. Während in der gesamten Wirtschaft in Baden-Württemberg zwischen März 2024 und März 2025 die Zahl der Beschäftigten trotz der Krise in der Industrie um 0,3 Prozent gestiegen ist, ging sie in Bauberufen um 0,5 Prozent zurück.
Gleichzeitig stieg die Zahl der Arbeitslosen aus der Baubranche. Im Oktober vergangenen Jahres registrierten die Arbeitsagenturen im Südwesten 10 470 arbeitslose Bauarbeiter, ein Jahr zuvor waren es 10 104 und damit um 3,6 Prozent weniger.
5200 freie Stellen in Baden-Württemberg
Doch die Baubranche sucht gleichzeitig nach neuen Mitarbeitern. Aktuell sind nach Angaben der BA-Regionaldirektion Baden-Württemberg 5200 freie Stellen in Bauberufen gemeldet. Dazu zählen nicht nur das Bauhauptgewerbe, sondern auch die mit dem Bau verbundenen Handwerker sowie Fachplaner und Architekten.
„Die Umsetzung des Infrastrukturpakets der Bundesregierung darf nicht durch Fachkräftemangel in der Baubranche gebremst werden“, fordert die Chefin der BA-Regionaldirektion, Martina Musati. Deshalb seien Ausbildung und berufliche Qualifizierung so wichtig.
Laut Musati waren im Herbst vergangenen Jahres noch mehr als 1000 Ausbildungsplätze in den Bauberufen unbesetzt. „Wir werden in der Nachvermittlungszeit unter den Jugendlichen nochmals verstärkt für die Bauberufe werben“, kündigte sie an.
Allerdings ging die Zahl der Bauazubis zuletzt bereits nach oben. Nach Zahlen der Sozialkassen der Bauwirtschaft stieg die Zahl der neuen Auszubildenden binnen Jahresfrist um mehr als zwölf Prozent.