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Irankonflikt lässt 2026 die Zahl der Arbeitslosen in Baden-Württemberg steigen

Die Arbeitsagenturen in Baden-Württemberg, wie die in Stuttgart (Bild), werden nach neuesten Prognosen in diesem Jahr mehr Arbeitslose betreuen müssen.
dpa/Fabian Sommer)Stuttgart. Im Oktober 2025 war das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit noch davon ausgegangen, dass sich die Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg in diesem Jahr mit 4,5 Prozent unverändert bleiben wird und die Zahl der Beschäftigten geringfügig um 0,1 Prozent steigt. Doch nun haben die Nürnberger Forscher ihre Zahlen nach unten korrigiert.
In der am Freitag veröffentlichten Prognose gehen sie von der Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent im Jahresdurchschnitt aus, was einem Plus von zwei Prozent oder 5800 zusätzlichen Arbeitslosen entspricht. Gleichzeitig kippt der Trend bei den Beschäftigtenzahlen in Minus. Statt eines Zuwachses von 0,1 Prozent gehen die Arbeitsmarktforscher nun von einem Rückgang um 0,1 Prozent aus. Bei diesen Zahlen gehe man davon aus, dass sich der aktuelle Nahostkonflikt „einige Monate hinziehen und nicht stärker eskalieren wird“, sagt die Chefin der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, Martina Musati .
Südwesten wäre von weiterer Eskalation besonders stark betroffen
Die Zahlen könnten allerdings auch noch höher ausfallen, wenn sich die Auseinandersetzung zwischen den USA und Israel mit dem Iran weiter verschärft. Musati: „Baden-Württemberg wäre mit seiner exportorientierten Industrie stärker als andere Bundesländer von einer weiteren Eskalation des Konflikts betroffen.“ Nach den Prognosen des IAB wäre dann bei der Zahl der Beschäftigten im Südwesten ein Minus von 1,1 Prozent möglich und ein Anstieg der Arbeitslosenzahl um 5,7 Prozent.
Baden-Württemberg steht mit dieser negativen Arbeitsmarktentwicklung nicht allein. In zehn der 16 Bundesländer erwarten die Forscher Rückgänge bei den Beschäftigtenzahlen, in 13 Bundesländern einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Nur in Schleswig-Holstein(-0,5 Prozent), Niedersachsen (-0,4) und im Saarland (-0,3) soll sich die Lage am Arbeitsmarkt minimal verbessern.
Entspannung im zweiten Halbjahr erwartet
Trotz der durch den Irankrieg eingetrübten Aussichten hegt Martina Musati für die zweite Jahreshälfte Hoffnungen auf eine Besserung. „Wir rechnen aktuell weiterhin mit einer moderaten wirtschaftlichen Erholung in 2026, die sich durch den Konflikt im Nahen Osten um einige Monate nach hinten verschieben wird“, sagt die Chefin der BA-Regionaldirektion. „Die Konjunktur wird voraussichtlich ab dem zweiten Halbjahr von zusätzlichen fiskalischen Mitteln aus dem Infrastrukturfonds und den steigenden Ausgaben für Verteidigung profitieren, die dann auch Impulse für den Arbeitsmarkt geben werden.“