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Digitaler Identitätsausweis

IT‑Beauftragte Kemmer bekommt Unterstützung für die digitale Brieftasche

Behördengänge sollen künftig einfacher und vollständig digital möglich sein. Die IT‑Beauftragte der Landesregierung Ronja Kemmer setzt dabei auf die europäische EUDI-Wallet als digitale Identitätslösung. Unterstützung kommt von den Sparkassen, die in der Technologie großes Potenzial für Verwaltung und Wirtschaft sehen.
Frau mit Brille und goldenen Ohrringen vor blauem Hintergrund, rotes Oberteil.

Die CDU-Politikerin Ronja Kemmer, seit Mai 2026 IT‑Beauftragte der Landesregierung, wirbt offensiv für die digitale Brieftasche.

dpa/Bernd Weißbrod)

Stuttgart . Kommunikation, Banking, Reisen – viele Alltagsgeschäfte werden längst per Smartphone erledigt. Wer sich jedoch europaweit digital ausweisen oder amtliche Nachweise online vorlegen möchte, stößt bislang oft auf Hürden. Das soll sich mit der European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet) ändern. Über die digitale Brieftasche können Bürgerinnen und Bürger künftig Dokumente und Nachweise sicher und direkt digital bereitstellen.

Ronja Kemmer, seit Mai 2026 IT‑Beauftragte der Landesregierung, wirbt offensiv für die Technologie: „Die Chancen, die sich daraus ergeben, sind größer als die Herausforderungen.“ Nach Angaben des Landes verfügt Baden-Württemberg mit der Verwaltungsplattform service-bw, dem OZG-Hub und der angebundenen BundID bereits über wichtige Voraussetzungen für den Anschluss an das europäische Wallet-Ökosystem.

Nach Kemmers Vorstellungen soll die EUDI-Wallet Behördengänge erleichtern. „Mit der eID haben wir die Grundlage dafür geschaffen, dass Bürgerinnen und Bürger mit der EUDI-Wallet Deutschland Verwaltungsleistungen einfach, sicher und vollständig digital nutzen können“, so Kemmer. Die Landesregierung will als erstes Bundesland „EUDI-Wallet-ready“ sein. Im Sommer 2026 startete das Land bereits Informationsveranstaltungen für Kommunen und Behörden zur Anbindung an die neue Technologie der EUDI-Wallet.

Unterstützung erhält das Vorhaben vom Sparkassenverband Baden-Württemberg, der die 50 Sparkassen im Land vertritt. „Wir begrüßen die Pläne des Innenministeriums, Behördengänge zu digitalisieren und dabei das Online-Banking als Vorbild zu nehmen“, sagt Verbandspräsident Matthias Neth.

Die Sparkassen-Finanzgruppe setzt selbst bereits auf digitale Identitäten. So können Sparkassenkunden bereits ihre S-push TAN-App nach einem Gerätewechsel mithilfe der elektronischen Identitätsfunktion (eID) von zu Hause aus erneut freischalten. Auch die Vergabe neuer Online-Banking-Zugangsdaten oder die Wiederherstellung eines Zugangs nach Verlust sämtlicher Zugangsdaten ist über den digitalen Personalausweis möglich.

Die Sparkassen-Finanzgruppe ist mit der Finanz Informatik als zentralem IT-Dienstleister und Digitalisierungspartner zertifizierter eID-Diensteanbieter. Digitale Identitäten enthalten hochsensible Daten und vertrauliche Informationen. Sparkassen nutzen die digitale Identifikation mittels eID und wollen deren Einsatz weiter ausbauen.

In der EUDI-Wallet sieht Neth großes Potenzial: „Wir halten es für den richtigen Schritt, digitale Identitäten wie die eID und digitale Bezahlverfahren wie Wero in der neuen EUDI-Wallet bereitzustellen. Das macht das digitale Geschäftsleben für alle Beteiligten einfacher, sicherer und vertrauenswürdiger.“

Der Sparkassenverband sieht in dem neuen digitalen Bezahlsystem Wero einen wichtigen Baustein einer europäischen digitalen Infrastruktur und will es in der Breite etablieren. Nach Angaben des Verbands gewinnt es zunehmend Nutzer. Neth zufolge sei dies ein wichtiger Beitrag „zu einem souveränen Europa in der digitalen Welt“.

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