Themen des Artikels

Um Themen abonnieren und Artikel speichern zu können, benötigen Sie ein Staatsanzeiger-Abonnement.Meine Account-Präferenzen

Energieversorger

MVV-Konzernchef Gabriël Clemens kassiert Klimaziel

MVV hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet. Niedrigere Gaspreise und ein schwächerer Absatz belasteten das Ergebnis. Jetzt verschiebt der Konzern sein Ziel, klimapositiv zu werden, um fünf Jahre.
Mann in Anzug mit Brille steht in einem hellen Flur.

MVV-Vorstandschef Gabriël Clemens ist unzufrieden mit den Rahmenbedingungen: Unternehmen zögern, Kunden halten sich zurück.

MVV)

Mannheim . Der Mannheimer Energieversorger MVV Energie AG hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres deutlich weniger verdient. Das operative Ergebnis (Adjusted EBIT) sank auf 225 Millionen Euro und lag damit klar unter dem Vorjahreswert von 323 Millionen Euro. Auch die bereinigten Umsatzerlöse gingen zurück: Sie beliefen sich auf 4,3 Milliarden Euro nach 4,9 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Als Hauptursachen nennt das Unternehmen niedrigere Großhandelspreise für Gas sowie einen rückläufigen Absatz von Strom und Gas.

„Schwieriges energiewirtschaftliches Umfeld“

Vor dem Hintergrund der Geschäftsentwicklung hat die MVV die Bandbreite ihrer Ergebnisprognose leicht angepasst. Für das Geschäftsjahr 2025/26 rechnet das Unternehmen nun mit einem operativen Ergebnis zwischen 190 und 225 Millionen Euro.

Nach Einschätzung des Konzerns belastet ein „schwieriges energiewirtschaftliches Umfeld“ nicht nur die Geschäftsentwicklung. Es beeinflusse auch das Tempo, mit dem die Energiewende vorankommt.

Laut Konzernchef Gabriël Clemens fehlten die Voraussetzungen für langfristige Investitionen. „Unternehmen zögern, Kunden halten sich zurück“, sagte der Vorstandsvorsitzende der MVV und appelliert an die Politik: „Zwar gehen die energiepolitischen Entwicklungen der vergangenen Jahre größtenteils in die richtige Richtung. Gleichzeitig fehlen in wichtigen Bereichen weiterhin die notwendigen Rahmenbedingungen für langfristige Investitionsentscheidungen.“

MVV will erst 2040 klimapositiv werden

Vor diesem Hintergrund rückt die MVV auch von ihrem bisherigen Zeitplan für die eigenen Klimaziele ab. Statt wie bislang angekündigt bis 2035 will das Unternehmen nun erst „möglichst 2040“ klimapositiv werden. „Weiter gilt, dass wir Klimaschutz mit wirtschaftlicher Vernunft und Versorgungssicherheit verbinden“, sagte Clemens.

Dennoch will die MVV an ihren Investitionen in die Energiewende festhalten. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres investierte der Konzern rund 497 Millionen Euro. Das Geld floss vor allem in die klimafreundliche Erzeugung von Wärme und Strom, den Ausbau und die Modernisierung der Verteilnetze sowie in den Bau einer neuen thermischen Abfallbehandlungsanlage im englischen Wisbech.

Nutzen Sie die Vorteile unseres

Premium-Abos. Lesen Sie alle Artikel aus Print und Online für

0 € 4 Wochen / danach 219 € jährlich Nachrichten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung in Baden-Württemberg Jetzt abonnieren

Lesen Sie auch