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Neue Landesregierung soll der „Generation Miete“ zu eigenen vier Wänden verhelfen

Mehr politische Unterstützung für Häuslebauer und Käufer von Eigentumswohnungen erwartet der Bund Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Baden-Württemberg von der neuen grün-schwarzen Koalition.
IMAGO/Wolfilser)Stuttgart. Der Bund Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Baden-Württemberg (BFW) fordert die neue Landesregierung auf, sich bei der Wohnungsbaupolitik auf private Bauherren zu konzentrieren. Denn diese trügen nach wie vor den größten Teil zum Wohnungsneubau bei, erklärte BFW-Geschäftsführer Gerald Lipka bei der Vorstellung des Konjunkturberichts des Verbandes. So wurden im vergangenen Jahr mehr als zwei Drittel aller Baugenehmigungen im Südwesten für Ein- und Zweifamilienhäuser und Eigentumswohnungen beantragt.
Während 2010 etwa jeder dritte Haushalt im Alter zwischen 25 und 45 Jahren im selbstgenutzten Eigentum lebte, sei es heute nur noch etwa jeder vierte, so der BFW, der vor allem private Bauträger vertritt. „Diese Entwicklung hin zu einer Generation Miete hat gravierende Folgen für Vermögensaufbau, Altersvorsorge und unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt“, betonte Lipka. Denn wer in eine Eigentumswohnung oder ein eigenes Haus ziehe, mache eine Mietwohnung für andere Menschen frei. Die neue Landesregierung müsse gegensteuern, forderte der Verbandschef. „Wohneigentum darf kein Privileg weniger bleiben.“
Verband: Rückerstattung der Grunderwerbsteuer kann Wohnungsbau ankurbeln
Den grün-schwarzen Koalitionsvertrag lobt Lipka für dessen Festlegungen in der Wohnungspolitik. So könne „Heimvorteil BW“ ein guter Ansatz für mehr privatfinanzierten Wohnungsbau sein. Grüne und CDU wollen sich beim Bund dafür einsetzen, dass Bauherren beim Kauf ihrer ersten Immobilie steuerliche Freibeträge bekommen. Schon vorab will die neue Regierungskoalition Familien die Grunderwerbsteuer beim Ersterwerb von selbstgenutztem Wohnraum zurückerstatten. Diese 20.000 bis 30.000 Euro könnten den Ausschlag geben, ob sich junge Menschen die Finanzierung einer Immobilie leisten können oder nicht, meinte Lipka.
Kritisch sieht der BFW, dass die Koalition die Mietpreisbremse verlängern will, wenn auch mit angepasstem Gebietszuschnitt. „Der Staat schützt damit auch Mieter, die aus sozialen Gründen gar nicht geschützt werden müssen“, beklagte Lipka.
In diesem Jahr werden weniger als 30.000 Wohneinheiten im Land neu gebaut
Bei den Baugenehmigungen ist nach Einschätzung von Dieter Rebitzer, Immobilienökonom an der Hochschule Nürtingen-Geißlingen, die Talsohle inzwischen durchschritten. Doch bis sich dies auch auf die Zahl der fertiggestellten Wohnungen auswirke, werde es noch dauern, meinte Rebitzer, der den BFW-Konjunkturbericht erstellt hat. Der Immobilienexperte erwartet auch in diesem Jahr, dass weniger als 30.000 Wohneinheiten in Baden-Württemberg fertig werden. Das ist nur knapp die Hälfte des jährlichen Neubausbedarfs. „Die Lücke zwischen Bedarf und Realität wird größer – aktuell fehlen in Baden-Württemberg rund 196.000 Wohnungen“, erklärte Lipka.