Themen des Artikels

Um Themen abonnieren und Artikel speichern zu können, benötigen Sie ein Staatsanzeiger-Abonnement.Meine Account-Präferenzen

Energiewende

Schornsteinfeger wollen Ausweitung der Brandschutzüberprüfungen

Die turnusmäßige Brandschutzüberprüfung soll nach den Vorstellungen des  Landesinnungsverbands des Schornsteinfegerhandwerks auch auf Elektrogeräte in allen Gebäuden ausgeweitet werden. Denn von diesen gehen inzwischen eine höhere Brandgefahr aus als von Öfen oder Heizungsanlagen.
Person bei Inspektion, hält Monitor und Kamerakabel vor roten Rohren.

Für die Schornsteinfeger sieht deren Innungsverband vor allem drei künftige Betätigungsfelder, wenn Öl- und Gas-Heizungen wegfallen: Energieberatung, Brandschutz und die Wartung und Reinigung von Klimanlagen.

Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks)

Ettlingen. Traditionell ist eine der Kernaufgaben von Schornsteinfegern die Abnahme und Überprüfung von Feuerstätten in Gebäuden, also von Heizungen, die mit Öl, Gas oder Holz geheizt werden, bis hin zum Kachelofen oder Kamin. Diese Feuerstättenschau dient dem Brandschutz. Doch von Heizungen und Öfen würden kaum noch Brände verursacht, sagt Stefan Eisele, Präsident des Landesinnungsverbands des Schornsteinfegerhandwerks Baden-Württemberg. Die größte Gefahr gehe inzwischen eher von Elektrogeräten aus mit einem Anteil von 32 Prozent.

Berufsbild der Branche durch Energiewende im Wandel

Weil durch E-Autos und Ladestationen die Gefahren noch zunehmen würden, fordert Eisele, die bisherige Feuerstättenschau zu einer Brandschutz- und Energieschau auszuweiten. Man sei mit der Politik dazu in Gesprächen, hatte der Verbandspräsident im Vorfeld des Landesinnungsverbandstages erklärt, der in dieser Woche in Ettlingen stattfindet. Denn beim Brandschutz nehmen die Schornsteinfeger staatliche Aufgaben wahr, können den Umfang der Prüfung nicht selbst festlegen.

Auf die Eigentümer von Gebäuden und deren Mieter kämen dann aber wohl höhere Kosten zu. Und der Kreis der Immobilien, die von den Schornsteinfegern überprüft würden, wäre größer als bisher. Denn Gebäude, die über Nah- oder Fernwärme beheizt werden oder ausschließlich über Wärmepumpen, fallen derzeit nicht in den hoheitlichen Zuständigkeitsbereich der Schornsteinfeger.

Dass der Landesverband eine solche Debatte anstößt, hat auch mit der Energiewende zu tun. Denn Eisele räumt ein, dass sich das Berufsbild des Schornsteinfegers durch die Abkehr von Heizungen mit fossilen Brennstoffen wandeln werde. Als Zukunftsfelder sieht er neben dem Brandschutz die Energieberatung und die Wartung und Reinigung von Klimaanlagen. Diese bieten nach Verbandsangaben bereits viele Handwerksbetriebe an.

Zahl der Öl- und Gasheizungen sinkt 2025 nur leicht

Allerdings muss sich die Branche im Südwesten nach den aktuellen Zahlen keine Sorgen machen, dass Öl- und Gasheizungen rasch aus den Heizungskellern verschwinden. Im vergangenen Jahr nutzten laut Zahlen der Schornsteinfeger rund zwei Millionen Heizungen fossile Brennstoffe, das ist rund die Hälfte aller Anlagen. Und der Rückgang ist nur sehr verhalten. Die Zahl der Ölheizkessel sank um rund 1,7 Prozent, die der Gasheizungen um ein halbes Prozent. Hinzu kommt, dass die Mehrzahl der Heizungen 20 Jahre und älter ist.

Nutzen Sie die Vorteile unseres

Premium-Abos. Lesen Sie alle Artikel aus Print und Online für

0 € 4 Wochen / danach 219 € jährlich Nachrichten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung in Baden-Württemberg Jetzt abonnieren

Lesen Sie auch