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Umsatzeinbußen

Schwarzwald AG drängt auf ein Wachstumspaket

Die Umsätze der Betriebe schrumpfen und die Aussichten sind mau, meldet die Schwarzwald AG. Unter den über 1000 badischen Mittelständlern wächst die Ungeduld. Sie vermissen die Rückendeckung aus der Politik.

Die Wirtschaft fordert von der Ampel, sich auf einen Plan zu einigen. Der könnte bald kommen. Finanzminister Christian Lindner (FDP) (hier im Bild) und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) wollen demnächst ein Wachstumspaket vorlegen.

IMAGO/Juliane Sonntag)

Freiburg . Für das erste Quartal vom 1. Januar bis zum 31. März 2024 melden die über 1000 Unternehmen in der Schwarzwald AG ein Umsatzminus von einem Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahrs. Im Gesamtjahr 2023 gab es mit 3,1 Prozent noch ein Umsatzplus. Das meldet der Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen Baden (WVIB). Trotz anderslautender Meldungen aus der Politik und von den großen Wirtschaftsforschungsinstituten bleibe die Stimmung in der baden-württembergischen Industrie eher gedämpft, heißt es in der neuesten Konjunkturumfrage des Verbands. Christoph Münzer, Hauptgeschäftsführer, warnt: „Die konjunkturelle Wende mag sich weit am Horizont abzeichnen, in der Breite schlägt sich die Krise jetzt erst so richtig in den Zahlen nieder.“

Energiepreise, Bürokratie und hohe Steuerlast

Münzer fordert die Bundesregierung auf, sich auf einen Plan zu einigen. „Wir brauchen niedrigere Energiepreise, deutlich weniger Bürokratie und eine international wettbewerbsfähige Steuerbelastung“, so Münzer. Mit einer schwächelnden Wirtschaft rücke nicht nur die Dekarbonisierung in weite Ferne.

Finanzminister Christian Lindner (FDP) und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sind sich zwar einig, dass ein Wachstumspaket nötig ist. Es soll spätestens im Juni fertiggestellt werden. Doch unterschiedliche Vorstellungen der Koalitionäre darüber hemmen eine schnelle Entscheidung. Die FDP hatte am letzen Wochenende bei ihrem Parteitag zwölf Punkte vorgeschlagen. Die Liberalen wollen mehr Wachstum vor allem durch Kürzungen bei den Sozialleistungen erzeugen, um dadurch die Arbeitsanreize zu erhöhen.

Der Umfrage des WVIB zufolge vermeldeten lediglich rund 30 Prozent der familiengeprägten, industriellen Mittelständler gestiegene Umsätze. 62 Prozent notierten dagegen sinkende Umsätze.

Rückläufige Auftragseingänge

Die Aussichten sind ebenfalls wenig positiv: Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres sank der Auftragseingang bei den befragten Unternehmen um 1,7 Prozent. „Die Realitäten des industriellen Mittelstandes sind in Berlin noch nicht angekommen“, sagt Münzer. „Die Unternehmen wünschen sich nichts sehnlicher als eine Politik, die spürt, wie es der Wirtschaft geht und die daraus die richtigen Maßnahmen hin zu mehr Angebotspolitik ableitet.“ ( leja )

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