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Kolumne

Selbst beim Bezahlen sind wir rückständig

Dass es bei der Digitalisierung von Verwaltungsprozessen nicht vorangeht, ist nicht verwunderlich. In einem Land der Barzahler fehlt eindeutig die Bereitschaft, sich auf neue technologische Entwicklungen einzulassen.
Münzen und Geldscheine in einer geöffneten Kassenlade.

In deutschland landet noch immer vbiel mehr Bargeld in Ladenkassen als in anderen europäischen Ländern.

dpa/Maximilian Koch)

Es vergeht kein Tag, an dem die öffentliche Verwaltung nicht dafür gegeißelt wird, wie wenig digital und deshalb langsam, umständlich und bürokratisch sie ist. Doch seien wir ehrlich, es liegt nicht an den Behörden und den ihnen innewohnenden Beharrungstendenzen allein. Wir sind genauso altbacken, tun uns schwer, wenigstens ein bisschen Fortschritt im Alltag einziehen zu lassen. Nehmen wir beispielsweise die Supermarktkasse. Fast drei Viertel der erwachsenen Deutschen zahlt am liebsten mit Bargeld, also dem Commodore 64 der Zahlungsmittel, hat jetzt eine repräsentative Umfrage ergeben. Und der Anteil der Bargeld-Liebhaber hat binnen Jahresfrist sogar zugenommen, während er im Rest Europas stetig sinkt.

In Skandinavien zahlt nur noch eine Minderheit in bar

Der Zusammenhang mit dem digitalen Fortschritt in öffentlichen Verwaltungen ist offensichtlich. In Dänemark, wo die offizielle Kommunikation zwischen Bürger und Staat nur noch digital abgewickelt wird und die staatliche Post zum Jahreswechsel die Briefzustellung aufgegeben hat, zahlen gerade noch 32 Prozent der Menschen bar, in Schweden gar nur 25 Prozent.

Sind wir Schwaben, Badener, Deutsche also gar nicht reif für die digitale Revolution, die tagaus, tagein für unsere Behörden gefordert wird? Denn dort sitzen rein statistisch gesehen auch in der Mehrzahl Barzahler. Und wir als Bürger tun uns vom Tippen auf dem Smartphone in der U-Bahn einmal abgesehen ‒ ja auch schwer, wenn das Leben digitaler werden soll.

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