Themen des Artikels
Um Themen abonnieren und Artikel speichern zu können, benötigen Sie ein Staatsanzeiger-Abonnement.Meine Account-Präferenzen
Sparkassen vergeben mehr Kredite an Unternehmen und Selbstständige

Matthias Neth, der Präsident des Sparkassenverbands Baden-Württemberg fordert Abschreibungsmöglichkeiten für Bauwillige, um den Wohnungsbau anzukurbeln.
Wolfgang Leja)Stuttgart . Die Sparkassen in Baden-Württemberg haben mehr Kredite an Unternehmen und Selbstständige vergeben. „Wir stehen in Zeiten des Umbruchs an der Seite des Mittelstands“, sagte Matthias Neth, der Präsident des Sparkassenverbands Baden-Württemberg bei der Vorstellung der Bilanz der 50 Institute im Südwesten. Trotz Investitionszurückhaltung haben die Sparkassen Unternehmen und Selbstständigen 15,5 Milliarden Euro an Krediten neu zugesagt – das sind 11,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch insgesamt entwickelte sich die Kreditnachfrage für die Institute im Jahr 2025 positiv, so dass der Bestand an Krediten auf 171 Milliarden Euro wuchs (+1,7 Prozent). Angesichts hoher Insolvenzzahlen betonte Neth, dass die Sparkassen bei der Kreditvergabe sehr umsichtig vorgehen würden. „Die Erfolgsaussichten in der Wirtschaft werden schlechter“, sagte er.
Wohnungsbaukredite: Plus von über 21 Prozent
Eine deutliche Belebung verzeichnen die Sparkassen bei den Wohnungsbaukrediten. Im vergangenen Jahr haben die Institute 10,4 Milliarden Euro für private Immobilienfinanzierungen zugesagt. Ein Plus von 21,5 Prozent. „Das gilt vor allem für den Kauf von Bestandsimmobilien, auf die allein 8,7 Milliarden Euro entfallen“, sagte Neth. Auf den Neubau entfielen lediglich 1,4 Milliarden Euro.
Es gebe bei den Baugenehmigungen zwar ein Plus von zwölf Prozent auf 23.200. Dass der Neubau so zurückbleibe, sei nicht zufriedenstellend, so Neth. „Wir haben zu wenig Wohnraum, der Handlungsdruck bleibt hoch. „Gerade beim bezahlbaren Wohnraum sehen wir nicht, dass dort sehr viel ankommt.“
Sparkassenpräsident Neth fordert, Anreize für Bauwillige zu schaffen
Um die Neubauzahlen wieder zu erhöhen, bedürfe es Neth zufolge Anreize für Bauwillige. Die Reform der Landesbauordnung in Baden-Württemberg habe einiges bei der Frage gebracht, wie man zu seiner Baugenehmigung komme. Aber die Baunebenkosten seien immer noch zu hoch. „Man muss nichts Neues erfinden, sondern kann auf Dinge zurückgreifen, die es schon gab – etwa steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten insbesondere für junge Familien, wie in den 80er- und 90er-Jahren“, sagte er. Zudem forderte Neth erneut, die Grunderwerbsteuer beim Erwerb der ersten selbstgenutzten Immobilie abzuschaffen.
Unter dem Strich steht bei den 50 Sparkassen in Baden-Württemberg ein Jahresergebnis von rund 1,51 Milliarden Euro das in etwa auf dem Niveau des Vorjahrs (1,57 Milliarden Euro) liegt.