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Arbeitsmarkt

Studie: Vier-Tage-Woche erhöht Arbeitgeberattraktivität

Die Mehrzahl der Teilnehmer eines bundesweiten Pilotprojekts zur Vier-Tage-Woche hält auch nach zwei Jahren an einer Arbeitszeitverkürzung fest. Allerdings hat ein Teil der Arbeitgeber sein Arbeitszeitmodell angepasst.
Person hält einen Stapel Unterlagen mit einem Deckblatt zur 4-Tage-Woche in Deutschland.

Zwei Jahre nach dem Start des Pilotprojekts zur 4-Tage-Wochen haben die Initiatoren untersucht, in welchem Umfang die beteiligten Unternehmen noch immer an der Arbeitszeitverkürzung festhalten.

dpa/Fabian Strauch)

B erlin/Stuttgart. Während in Deutschland über „Life-Style-Teilzeit“ und längere Arbeitszeiten diskutiert wird, gibt es zumindest in einigen Unternehmen noch eine gegenläufige Bewegung. Denn ein Pilotprojekt zur Vier-Tage-Woche hat zwei Jahre nach dem Start ermittelt, dass noch immer 70 Prozent der beteiligten Arbeitgeber, an einer Arbeitszeitverkürzung festhalten. 

Nicht alle Unternehmen führten dabei die Vier-Tage-Woche im klassischen Sinn weiter. 22 Prozent hätten ihr Arbeitszeitmodell angepasst, erläuterte Julia Backmann von der Universität Münster die Ergebnisse der neuerlichen Befragung. Die meisten hätten als Grund angegeben, dass sie das Vier-Tage-Woche-Modell als zu starr empfunden hätten. „Die Ergebnisse zeigen, dass der Erfolg einer Arbeitszeitreduzierung weniger von einem bestimmten Modell abhängt als von der Fähigkeit einer Organisation, das Modell an die eigene Realität anzupassen und weiterzuentwickeln, wenn sich die Gegebenheiten ändern“, erklärt die Inhaberin des Lehrstuhls für Transformation der Arbeitswelt an der Uni Münster.

Acht Unternehmen aus dem Südwesten beteiligt

An der ursprünglichen Studie , die sechs Monate lang lief, hatten sich 45 Unternehmen und Organisationen beteiligt, darunter auch acht aus Baden-Württemberg. Nun nahmen 40 Arbeitgeber und deren Mitarbeiter an der neuerlichen Befragung zwei Jahre nach dem Start teil.

Arbeitgeber, die an der Arbeitszeitreduzierung festgehalten haben, meldeten der Studie zufolge vor allem in zwei Bereichen positive Effekte. Drei Viertel der Unternehmen und Organisationen gaben an, dass durch das Arbeitszeitmodell ihre Arbeitgeberattraktivität gesteigert worden sei. Und etwas mehr als die Hälfte erhielt auf Stellenausschreibungen mehr Bewerbungen als zuvor.

Nur geringe Auswirkungen auf die Krankheitstage

Noch ausgeprägter sind die Effekte auf die bestehende Belegschaft. 87 Prozent der Unternehmen berichteten, dass sich die Mitarbeiterbindung verbessert habe, und 74 Prozent konnten mehr Kreativität und Innovation bei ihren Mitarbeitern feststellen. Mehr als 90 Prozent gaben an, dass sich die Work-Life-Balance für die Mitarbeiter verbessert habe.

Auf die Gesundheit der Mitarbeiter hat das aber offenbar keine großen Auswirkungen. Nur 38 Prozent der Arbeitgeber registrierten weniger Fehlzeiten als zuvor.

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