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Suedlink soll sich trotz Problemen im Bergwerk nicht verzögern

Auf rund elf Kilometern Länge sollen die Kabel für Sued-Link - trotz der Probleme in einem Abschnitt - weiterhin im Salzbergwerk bei Heilbronn verlegt werden.
Transnet BW/ Benjamin Stollenberg)Bad Friedrichshall. Als vor drei Jahren mit der Verlegung der Stromtrasse Suedlink durch das Salzbergwerk zwischen Bad Friedrichshall und Heilbronn begonnen wurde, bezeichnete Natascha Groll, Vorständin der Südwestdeutschen Salzwerke (SWS), das Vorhaben als „weltweit einzigartig“ . Statt das Erdkabel in zwei Meter Tiefe im Boden zu verlegen, sollte es in der dicht besiedelten Region durch bestehende Stollen in 200 Meter Tiefe geführt werden. Das Grundkonzept ist zwar nicht vom Tisch, doch der Bauherr und Übertragungsnetzbetreiber Transnet BW muss umplanen.
Besondere Risikovorsorge wegen Sondermüllentsorgung im Bergwerk
In den letzten Monaten sei durch seismische Untersuchungen bekannt geworden, dass in einer geologischen Störungszone, die die Stromtrasse durchqueren sollte, eine wasserführende Schicht vorhanden sein könnte. Das Risiko, dass diese angebohrt werden könnte und Wasser in das Bergwerk eindringt, müsse jedoch unter allen Umständen ausgeschlossen werden, sagte Robby Schmidt, der als Bereichsleiter Steinsalz bei der SWS auch für den Suedlinkabschnitt mitverantwortlich ist. Denn die nicht mehr genutzten Stollen werden für die Entsorgung gefährlicher Abfälle genutzt. Bei Untersuchungen vor Beginn der Arbeiten 2019 und 2020 habe es keine Hinweise auf Wasserzuflüsse in der Störungszone gegeben.
Drei Kilometer Kabeltrasse werden nun konventionell verlegt
Um dieses Problem zu umgehen, planen Transnet BW und SWS nun den Verlauf der Trasse um. „Für die Suedlink-Trasse wird der Schacht Kochendorf nicht mehr genutzt“, erklärt die Gesamtprojektleiterin Suedlink bei Transnet BW, Alexandra Schwerdorf. Stattdessen soll die Stromtrasse in einem Bogen um das Werksgelände des Salzherstellers herumgeführt werden. Auf etwa drei Kilometern Länge wird das Kabel dann konventionell in der Erde verlegt. Im Südwesten sollen dann die Kabel durch zwei neue senkrechte Bohrlöcher auf SWS-Gelände wieder in die Tiefe gebracht werden. Um das bestehende Bergwerk zu erreichen, müsse zudem ein 700 Meter langer Stollen neu aufgefahren werden, erklärt Schwerdorf.
Die Projektleiterin geht davon aus, dass die dafür notwendigen Umplanungen nicht den Zeitplan für das Gesamtprojekt sprengen. „Das Bergwerk war nicht der zeittreibende Faktor“, sagt die Bauingenieurin und ergänzt: „Wir halten im Moment an der Inbetriebnahme Ende 2028 fest.“
Bundesnetzagentur muss über neue Planungen entscheiden
Allerdings hat Transnet BW den Zeitplan nicht selbst in der Hand. Welches Planungsverfahren angewendet werden muss, entscheidet die Bundesnetzagentur. Beim Bauherrn hält man ein erneutes Planfeststellungsverfahren für nicht erforderlich, weil man sich auch weiterhin sich im bisherigen Planungskorridor bewege. Ob die Bonner Bundesbehörde aber zu der gleichen Auffassung kommt, ist derzeit noch offen.
Zu Verzögerungen könnte auch führen, dass für den neuen oberirdischen Abschnitt mit den betroffenen Grundstückseigentümern über die Verlegung verhandelt werden muss. Wie lange die Ermittlung der betroffenen Eigentümer und die folgenden Gespräche dauern könnten, sei derzeit nicht abschätzbar, sagte Bad Friedrichshalls Bürgermeister Timo Frey.
Bürgermeister: Umplanung ist ärgerlich, aber alternativlos
Der CDU-Politiker unterstrich, dass sowohl seine Stadt wie auch die anderen betroffenen Kommunen seit 2016 hinter der Bergwerkslösung stünden. Diese sei die volkswirtschaftlich günstigste Lösung. Frey hält deshalb trotz der nun aufgetretenen Probleme an der Unter-Tage-Verlegung fest: „Die Umplanung ist ärgerlich, aber alternativlos“, betont der Kommunalpolitiker. Und auf dem größten Teil des Abschnitts, rund elf Kilometern, bleibt das Suedlink-Kabel ja im Bergwerk.