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Energiewende

Wasserstoffproduktion aus Wasserkraft am Hochrhein wird deutlich ausgeweitet

Die EnBW baut ihre grüne Wasserstoffproduktion aus. Am Wasserkraftwerk Grenzach-Wyhlen wurde jetzt ein Elektrolyseur mit fünf Megawatt (MW) Leistung in Betrieb genommen.
Luftaufnahme von einem Fluss, Gebäuden, Bäumen und einem Baukran.

Auf dem Gelände das Wasserkraftwerks Wyhlen am Hochrhein wurde jetzt der zweite Elektrolyseur für die Wasserstoffproduktion in Betrieb genommen.

EnBW)

Grenzach-Wyhlen. Die Energie Baden-Württemberg (EnBW) und ihre Tochter Naturenergie Hochrhein haben im Forschungsprojekt Reallabor H₂-Wyhlen eine weitere Anlage zur Herstellung von Wasserstoff eingeweiht. Die Erweiterungsanlage hat eine elektrische Leistung von fünf Megawatt (MW) und ergänzt die bestehende Ein-MW-Anlage. Damit verfügt der Standort nach Angaben der EnBW über eine der größten Produktionskapazitäten für Wasserstoff in Süddeutschland.

Beide Anlagen erzeugen Wasserstoff mit Strom aus dem benachbarten Wasserkraftwerk, das am Rhein direkt an der deutsch-schweizerischen Grenze liegt. Der Wasserstoff soll künftig an Kunden aus der Industrie und dem Verkehrsbereich in der Drei-Länder-Region Baden-Württemberg, Schweiz und Frankreich verkauft werden. 

Neuer Elektrolyseur kann rasch hochgefahren werden

Technisch arbeiten beide Anlagen nach demselben Prinzip, jedoch mit einem erheblichen Unterschied. Während der ältere Elektrolyseur für einen gleichmäßigen Dauerbetrieb ausgelegt ist, lässt sich der neue schnell hoch- und herunterfahren. So kann die Produktion flexibel an das jeweilige Stromangebot angepasst werden. Auf dem Gelände können bis zu fünf Tonnen Wasserstoff gespeichert werden.

„Wasserstoff ist ein wichtiger Baustein für ein Energiesystem mit hohem Anteil erneuerbarer Energien. Dafür setzt die EnBW bereits heute auf flexible, wasserstofffähige Kraftwerke. Diese ergänzen in Zukunft die Erneuerbaren und sichern so die Stromversorgung auch bei Dunkelheit und Flaute“, erklärte der Leiter Forschung und Entwicklung der EnBW, Wolfram Münch. Aus Sicht von Klaus Müller, Vorstand der Naturenergie, ist der Standort am Hochrhein ideal für das Pilotprojekt. „Dank der vorhandenen Infrastruktur und kurzen Wegen zwischen Wasserkraftwerk, Wasserstoffproduktion, Speichern und Netzen haben wir in Wyhlen ideale Voraussetzungen, die gesamte Prozesskette im Zusammenspiel zu testen und für den kommerziellen Wasserstoffbetrieb weiterzuentwickeln“, so Müller.

EnBW investiert rund 40 Millionen Euro in Wasserstoff-Pilotprojekt

Im Reallabor H₂-Wyhlen untersuchen EnBW und Naturenergie gemeinsam mit Forschungspartnern seit 2021, wie sich Wasserstoff effizient herstellen lässt und worauf es im laufenden Betrieb ankommt. Das Bundeswirtschaftsministerium hat das Projekt im Programm „Reallabore der Energiewende“ mit 15 Millionen Euro unterstützt. Rund neun Millionen Euro entfallen auf den Erweiterungsbau. Insgesamt werden für die Wasserstoffherstellung in Wyhlen bislang rund 40 Millionen Euro investiert.

Derzeit werden weitere Anlagenteile wie Gasaufbereitung, Verdichter und Speichersysteme schrittweise getestet und hochgefahren. Die technische Inbetriebnahme soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Ab 2027 soll dann der kommerzielle Betrieb starten.

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