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Wie Kirchen und Pfarrhäuser zu sozialen Wohnprojekten werden können

Im ehemaligen Pfarrhaus im Esslinger Stadtteil Berkheim ist eine integrative Wohngemeinschaft für Auszubildende enstanden.
Kirchengemeinde Berkheim)Stuttgart. In den nächsten zehn bis 15 Jahren werden im Südwesten rund 5000 kirchliche Gebäude oder Grundstücke frei, die zumindest zum Teil als Wohnungen oder für deren Bau umgenutzt werden können. Um auf dieses Potenzial aufmerksam zu machen und bereits verwirklichte oder geplante Projekte öffentlich bekannt zu machen, hat das Bauministerium erstmals den Landespreis „Kirche und bezahlbares Wohnen“ vergeben.
„Wir wollen zeigen, was möglich ist – und Mut machen, vorhandene Potenziale zu nutzen“, begründete Bauministerin Nicole Razavi (CDU) den neuen Preis. Im Rahmen des Wettbewerbs hatten sich im vergangenen Jahr landesweit Initiativen, Kirchengemeinden und andere Träger beworben. Für die insgesamt zehn ausgezeichneten Projekte in drei Kategorien stellte das Bauministerium Preisgelder von insgesamt 50.000 Euro zur Verfügung.
Die Spannbreite der prämierten Projekte ist groß. So wurde im Esslinger Stadtteil Berkheim das ehemalige Pfarrhaus mit geringem baulichen Aufwand in eine Wohngemeinschaft für Auszubildende umgewandelt. Die vier Plätze hat die Kirchengemeinde an zwei deutsche und zwei junge Menschen mit Fluchtgeschichte vergeben, um diese in die Gesellschaft zu integrieren.
In den meisten Projekten werden profane Bauten wie Pfarrhäuser, nicht mehr genutzte Bildungszentren oder auch nicht mehr genutzte Klostergebäude, wie in Bad Waldsee für eine Umnutzung zu Wohnraum herangezogen. In Stuttgart-Degerloch ist dies auch für eine Kirche geplant, zumindest zum Teil. Die 1953 eingeweihte Haigstkirche, soll künftig teilweise für Wohnungen, aber auch kulturelle Veranstaltungen genutzt werden, um den Erhalt des Bauwerks dauerhaft zu sichern.