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Wirtschaftliche Lage

Wirtschaft im Südwesten bleibt 2026 im Krisenmodus

Warum Konjunkturforscher für den Südwesten erst ab 2027 mit mehr Schwung rechnen – und welche Branchen besonders unter Druck stehen.
Drei Autos auf hohen Säulen, Gebäude mit Porsche-Logo, vorbeifahrende Autos.

Der Südwesten ist stark von der Autoindustrie und ihren Zulieferern sowie vom Maschinenbau abhängig.

IMAGO/Arnulf Hettrich)

Stuttgart . Die Wirtschaft in Baden-Württemberg nimmt voraussichtlich 2026 weiter nicht richtig an Fahrt auf. „ Das Land wächst –  aber zu langsam, um die strukturellen Herausforderungen aus eigener Kraft zu  überwinden“, sagte der Konjunkturforscher der LBBW Research, Guido Zimmermann, in Stuttgart. 

Im Bundesländervergleich liegt das Land laut einer aktuellen Analyse bei den Konjunkturprognosen derzeit im unteren Drittel. Für 2026 rechnet das LBBW Research mit einem realen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,7 Prozent (Deutschland: 0,8 Prozent). Erst 2027 dürfte sich die Dynamik mit einem Wachstum von 1,5 Prozent spürbar verstärken. 

Die Wirtschaft im Südwesten komme nur schleppend voran, sagte Zimmermann weiter. Angesichts der Vielzahl struktureller Belastungen ist Zurückhaltung beim Optimismus angebracht. Zwar dürfte sich die Wirtschaftsleistung in den kommenden Monaten moderat verbessern, von einer dynamischen Erholung könne jedoch keine Rede sein. 

Der Südwesten ist stark von der Autoindustrie und ihren Zulieferern sowie vom Maschinenbau abhängig. Die Branchen befinden sich seit Längerem im Krisenmodus. Großunternehmen wie Mercedes-Benz, Bosch, Daimler Truck, ZF Friedrichshafen oder Mahle haben in der Vergangenheit den Abbau von Tausenden Arbeitsplätze über einen längeren Zeitraum angekündigt. 

Abbau von Industriearbeitsplätzen 

Nach Angaben von LBBW Research spiegelt sich gleichfalls an den Finanzmärkten die angespannte Lage wider. Der BWAX, der Aktienindex aller börsennotierten Unternehmen aus Baden-Württemberg, entwickelt sich erstmals sowohl auf Jahres- als auch auf Fünfjahressicht schwächer als der deutsche Leitindex DAX. Die Gründe dafür seien vielschichtig und reichten von branchenspezifischen Belastungen bis zu veränderten globalen Wettbewerbsbedingungen. 

Im September waren in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie 951.700 Personen beschäftigt, rund 2400 mehr als im August, wie der Arbeitgeberverband Südwestmetall kürzlich mitteilte. Trotz dieser saisonal bedingten Verschnaufpause seien damit seit dem Höchststand Mitte 2019 rund 57.500 Branchenjobs im Land verloren gegangen, allein seit Jahresbeginn knapp 20.000. (dpa/lsw)

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