Wo bleibt das Ministerium für KI?

Im Namen des Wirtschaftsministeriums wird ab sofort das Handwerk aufgeführt.
KI generiert)Krieg, hohe Spritpreise und eine Bundesregierung, die nötige Reformen vermissen lässt. Damit werde die Konjunkturwende im Handwerk vertagt, warnt Ralf Rothenburger, Präsident der Handwerkskammer Heilbronn-Franken. Doch der Inhaber eines Elektro-Betriebs in Weinsberg‑Grantschen bei Heilbronn hat auf der jüngsten Versammlung seiner Kammer einen Joker aus dem Ärmel gezogen: die neue Landesregierung. Die setzt demonstrativ auf das Handwerk – sichtbar schon im neuen Titel des Ressorts: „Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus“. Wer weiß, vielleicht erstrahlt der alte Spruch vom „goldenen Boden“ in neuem Glanz?
Verdopplung der Meisterprämie auf 3000 Euro
Die Lobbyarbeit der Branche hat sich jedenfalls ausgezahlt. Denn viele ihrer Forderungen sind von Grün-Schwarz im Koalitionsvertrag aufgegriffen worden. Angefangen bei der Verdopplung der Meisterprämie auf 3000 Euro über die Fortführung der Förderung „Horizont Handwerk“ bis hin zu ihrem Drängen, Gymnasiasten auf dem Weg ins Handwerk endlich besser zu unterstützen.
Das „neue Klingelschild“ am Ministerium mag berechtigt sein. Die mehr als 140 000 Betriebe mit ihren rund 800.000 Beschäftigten sind das Rückgrat vieler regionaler Wertschöpfungsketten. Sie schaffen Arbeitsplätze und bilden einen Großteil der Fachkräfte für Bau, Energie‑ und Gebäudetechnik sowie das produzierende Gewerbe aus.
Die Zukunftsfähigkeit Baden‑Württembergs
Allerdings darf man zu Recht einwenden: Wenn politische Symbolik nach wirtschaftlicher Bedeutung vergeben würde, hätten andere Branchen ebenfalls Anspruch auf einen Titel im Ministeriumsnamen. Automobil‑ und Maschinenbau tragen ein Vielfaches zur Wertschöpfung des Landes bei. Und blickt man auf die Zukunftsfähigkeit Baden‑Württembergs, müsste das Ressort ohnehin „Ministerium für KI“ heißen.