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Tarifkonflikt

Warnstreik von Verdi legt Busverkehr in mehreren Orten lahm

Knapp 500 Beschäftigte beteiligten sich am Warnstreik bei SWEG-Busbetrieben. Pendler und Schüler mussten mit Ausfällen rechnen. Warum Verdi nun auch die Politik in die Pflicht nimmt.
Vorderteil eines gelb-roten Busses mit SWEG-Logo und Nummer 914.

Das Logo der Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH (SWEG) ist an einem Linienbus angebracht. Bei einem Streik bleiben einige Busse im Depot.

dpa/Bernd Weißbrod)

Stuttgart. Der Tarifkonflikt zwischen der Gewerkschaft Verdi und der SWEG (Südwestdeutsche Landesverkehrs GmbH) spitzt sich zu. Erneut mussten Pendler und Schüler in mehreren Orten mit massiven Behinderungen auf ihrem Weg zum Arbeitsplatz oder zur Schule klarkommen. Verdi rief zum Warnstreik bei einigen Busbetrieben der SWEG auf.

Betroffen waren laut Verkehrsunternehmen die Standorte Weil am Rhein, Lörrach, Offenburg, Lahr, Kehl oder Bad Mergentheim sowie der Raum Dörzbach/Lauda und der Busverkehr der Hohenzollerischen Landesbahn. An diesen Standorten sei der Schulbusverkehr weitgehend entfallen. Beim Schienenersatzverkehr zwischen Gammertingen und Sigmaringen fallen mehr als die Hälfte der Fahrten aus. An dem eintägigen Ausstand beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben knapp 500 Beschäftigte.

Anders als beim vorigen Warnstreik gebe es dieses Mal keine Auswirkungen auf den Schienenverkehr, hatte SWEG-Sprecher Christoph Meichsner vorab erklärt. Auch folgende Busstandorte seien nicht betroffen: Endingen am Kaiserstuhl, Emmendingen, Wiesloch und Sinsheim. „Wir bitten deswegen die Fahrgäste, auf andere Verkehrsunternehmen oder Verkehrsmittel auszuweichen oder den Fahrtwunsch zu verschieben, wenn möglich“, sagte Meichsner.

Die Gewerkschaft forderte die Politik auf, sich in den Tarifkonflikt einzuschalten. Der Verdi-Landesfachbereichsleiter für den Verkehr, Jan Bleckert, sagte: „Selbstverständlich trägt das Land als Eigentümerin der SWEG die Verantwortung, dass soziale Standards eingehalten und Konflikte am Verhandlungstisch gelöst werden.“ Wenn das Verkehrsministerium einen verlässlichen ÖPNV auch in der Fläche garantieren wolle, müsse es jetzt auf die SWEG einwirken und endlich Verhandlungen ermöglichen. „Es geht um die Arbeitsplätze der Fahrerinnen und Fahrer bei einem Betreiberwechsel.“

Tarifgespräche stocken

Verdi nannte als Grund für den inzwischen vierten Warnstreik die „Weigerung des Arbeitgebers über einen Schutz bei betriebsbedingten Kündigungen wegen Neuausschreibungen zu verhandeln“. Zudem stockten die Tarifverhandlungen. Bundesweit werde über höhere Entgelte im Eisenbahntarifvertrag verhandelt.

Verdi-Verhandlungsführerin Friederike DeCoite, sagte: „Wenn die SWEG ernsthaft glaubt, sie könne den Streikwillen der Beschäftigten durch Aussitzen und Ignorieren brechen, täuscht sie sich. Es geht um die Arbeitsplätze der Fahrerinnen und Fahrer, es geht um ihre berufliche Zukunft.“

Die SWEG ist ein landeseigenes Verkehrsunternehmen mit Sitz in Lahr im Schwarzwald, das 1971 aus dem Zusammenschluss mehrerer südwestdeutscher Nebenbahn- und Busgesellschaften hervorging. Heute betreibt die mehrheitlich im Eigentum des Landes Baden-Württemberg stehende SWEG sowohl Schienen- als auch Busverkehr. (dpa/lsw)

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