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Wissenschaftler als Chronisten einer untergehenden Welt

Die Folgen des Klimawandels im Harz. Foto: Mindjazz Pictures
Foto: Mindjazz Pictures)Laut Weltklimarat IPCC und vielen Experten ist es mittlerweile nicht mehr „fünf vor zwölf“, sondern „fünf nach zwölf“, was den Klimawandel betrifft. Dem schließen sich die Wissenschaftlerinnen und der Wissenschaftler Maria, Sebastian und Nana, Protagonisten des Dokumentarfilms „Das Gewicht der Welt“ an. Regisseur Florian Heinzen-Ziob hat die drei ein Stück ihres Wegs begleitet. Dieser besteht bei allen aus ihrer Arbeit – und dem Versuch, Aufklärungsarbeit zu leisten, was den Klimawandel und damit die Zukunft der Welt, wie wir sie kennen, betrifft.
Maria ist Doktorin der Glaziologie und erforscht Tausende Jahre alte Eisschichten. Gleichzeitig versucht sie, Menschen die Folgen des Klimawandels deutlich zu machen. „Die Welt wird nicht untergehen, aber sich sehr stark verändern, und dann ist die Frage, ob wir als Gesellschaft darauf vorbereitet sind“, sagt sie.
Sebastian, Professor für Physikalische Chemie, flicht die Folgen des Klimawandels in seinen Unterricht mit ein und hält Vorträge. Manchmal wandert er im Harz. Der Gang durch den durch Dürre und Borkenkäfern völlig zerstörten Wald mutet surreal an. Sein trauriges Fazit: „Es ist ein zweifacher Abschied, ein Abschied von einer recht wohligen Vergangenheit, die verloren ist, und ein Abschied von einer Zukunft, die es nicht geben wird.“ Nana, Doktorin der molekularen Biologie, erforscht Grundlagen des Zellstoffwechsels und ist gleichzeitig Aktivistin der Scientist Rebellion. Sie sieht sich, wie alle Wissenschaftler, als Chronistin einer untergehenden Welt.
Alle drei kämpfen für eine lebenswerte Zukunft, die sie so nicht mehr sehen. Der Film rüttelt auf, macht betroffen, aber auch Mut. Und er macht deutlich, wie wichtig es ist, jetzt Verantwortung zu übernehmen. (ems)