Staatsanzeiger Award

Fünf stolze Preisträger beim Staatsanzeiger Award

Der Staatsanzeiger Award ist vergeben. Bei 65 Bewerbungen hatten die Fachjurys für fünf Kategorien die Qual der Wahl. Die Gewinner punkteten mit oft überraschend einfachen Ideen und beweisen so, dass öffentliche Verwaltung alles andere als schwerfällig und umständlich ist.

Gruppenbild der Preisträgerinnen und Preisträger des Staatsanzeiger Awards 2022

Alle Preisträgerinnen und Preisträger des Staatsanzeiger Awards 2022.

Jürgen Schmidt)

STUTTGART. Fünf Projekte, fünf Preise – erstmals wurde der noch neue Staatsanzeiger Award in Präsenz bei einer Feier verliehen. Zahlreiche Vertreter von Kommunal- und Landesverwaltung und den Kommunalen Spitzenverbänden waren zu Gast, darunter die Staatsrätin im Staatsministerium Barbara Bosch, der Reutlinger Landrat Martin Fiedler und der geschäftsführende Vorstand des Städtetags Baden-Württemberg, Ralf Broß.

Preisträger in fünf Kategorien wurden für ihre guten Ideen in wesentlichen Bereichen der öffentlichen Verwaltung ausgezeichnet, sei es bei der Bürgerbeteiligung oder in der Kategorie Bürgermeister:in in Mission, sei es bei den Themen Innovation und Digitalisierung, Stadt- und Tourismusmarketing oder für Inklusion und Integration. Die Projekte zeichnen sich durch einfache, teils überraschende Ideen aus, durch eine pfiffige Umsetzung und durch einen Mehrwert für die Nutzer – letztlich für die Menschen vor Ort. Und sie alle widersprechen dem Vorurteil, dass Verwaltung schwerfällig und umständlich sei.   

Lob für Bürgerbeteiligungsansatz

Die Staatsrätin im Staatsministerium Barbara Bosch würdigte in ihrem Grußwort den Bürgerbeteiligungsansatz, der mit der Preisverleihung gefördert wird. Die hohe Bewerberzahl gerade in Kategorie „Bürgerbeteiligung“ gefiel ihr besonders – kein Wunder, ist sie doch im Staatsministerium genau für diese Themen zuständig.

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Im Gespräch mit Staatsanzeiger-Chefredakteur Rafael Binkowski verriet die ehemalige Oberbürgermeisterin von Reutlingen, welche drei Aspekte entscheidend sind, damit Bürgerbeteiligung gelingt: Frühzeitig müsse sie stattfinden, damit sich alle Betroffenen und Interessierten ausführlich mit dem strittigen Thema befassen können. Transparenz war ein weiteres Stichwort Boschs. Das helfe bei der Legitimierung des Prozesses wie der Entscheidung. Und schließlich müsse die Verwaltung Rückmeldung geben. Einfach nur ein Dankeschön reiche nicht, auch wenn die Prüfung der Bürgerideen länger dauere. Bürger wollten wissen, welchen Effekt ihre Ideen haben.

Steigende Bewerberzahl

Verlagsgeschäftsführer Alexander Teutsch skizierte die Geschichte des Preises, dessen Vorgänger, der Leuchtturm der Verwaltung, seit 2015 verliehen worden ist. Dabei hatte der Staatsanzeiger stets zu einem bestimmten Thema – von Bürgerbeteiligung bis hin zu Digitalisierung – Preise ausgelobt. Diese und weitere Themen stehen nun beim Staatsanzeiger Award im Blickpunkt der Expertenjurys – und zwar jedes Jahr gleichzeitig. In jeder Kategorie beurteilten vier bis sechs Fachleute die eingegangenen Vorschläge.

65 Vorschläge erreichten den Staatsanzeiger, sogar aus dem fernen Rostock kam ein Vorschlag, wie Geschäftsführer Teutsch anmerkte. Die Feier drehte sich um den Award des Jahres 2022, Corona bedingt musste die Veranstaltung vergangenes Jahr online stattfinden. Die Preise wurden im Jahr 2021 erstmals vergeben, damals wurden 62 Bewerbungen abgegeben. Kreative des Bunds der Kunsthandwerker Baden-Württemberg haben die Trophäen gestaltet.

And the winner is …

Bürgerbeteiligung

Die Region Freiburg hat in der Sparte „Bürgerbeteiligung“ das Rennen gemacht. Sie hat ein interkommunales Klimaprojekt auf die Beine gestellt. 91 Mitglieder, alles zufällig ausgeloste Menschen, haben beim „Bürger:innenrat fürs Klima der Region Freiburg“ konkrete Maßnahmen besprochen und den Gemeinderäten der 16 Mitgliedskommunen zur Umsetzung vorgestellt.

Bürgermeister:in in Mission

Die Hilfsaktion für die Ukraine in Hofstetten bekommt den Staatsanzeiger Award in der Kategorie „Bürgermeister:in in Mission“. Rathauschef Martin Aßmuth (parteilos) hat Hilfslieferungen in das Kriegsland angestoßen, in dem die Ortenau-Kommune schon vor dem russischen Angriff eine Partnergemeinde hatte – und das ganze Dorf zog mit.

Stadt- und Tourismusmarketing

Am besten in der Kategorie „Stadt- und Tourismusmarketing“ hat der Fachjury das Angebot der Landkreise Esslingen und Reutlingen gefallen. Die digitale Übersicht „Unsere Burgen“ soll Touristen animieren, die kleinen und großen Kulturdenkmäler am Neckar zu entdecken.

Digitalisierung und Innovation

Hospodar“ heißt die digitale Wohnungsbörse, die den Staatsanzeiger Award in der Kategorie „Digitalisierung und Innovation“ erhält. Wieder geht es um den Ukraine-Krieg, hier um die schnelle Koordinierung von Hilfsangeboten, besonders von Wohnungen. Aufgesetzt hat sie der Bodenseekreis.

Inklusion und Integration

Beim wichtigen Thema „Inklusion und Integration“ hat das Überlinger Projekt „Deutsch to go“ den Staatsanzeiger Award gewonnen. Muttersprachler machen mit Migranten einen Spaziergang. Dabei kommen die Lernenden bei der Verbesserung ihrer Deutschkenntnisse buchstäblich voran.

Peter Schwab

Peter Schwab kümmert sich um verschiedene Journale der Zeitung und arbeitet außerdem im Crossmediateam und im Ressort Kreis und Kommune. Schon während seines Jura-Studiums hat er für verschiedene Zeitungen geschrieben, später volontiert und als Lokalredakteur gearbeitet. Nach seiner Zeit als Pressesprecher hat er erneut die Seiten gewechselt und ist 2022 zum Staatsanzeiger gegangen – und damit zum guten alten Journalismus zurückgekehrt.

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