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Welche Ausstellungen muss man 2026 anschauen?

Die erste gemeinsame Schau der Kunsthalle Baden-Baden und des Badischen Landesmuseums zeigt Blumiges wie den Teppich "Der Pilger im Garten".
Badisches Landesmuseum/ARTIS-Uli Deck)Stuttgart. Wir haben bereits davon berichtet: Aber da die Schau „Und dann und wann ein weißer Elefant. Rilkes Welten“ das ganze Jahr über zu sehen ist, darf sie nicht fehlen. Das Literaturarchiv der Moderne in Marbach präsentiert mehr als 300 Exponate, darunter Fotografien, Briefe, Zeichnungen und Texte sowie interaktive Stationen.
Dabei erhalten die Besucher nicht nur Einblick in die verschiedenen Lebenswelten von Rainer Maria Rilke als Sohn, Autor, Weltreisender und Gärtner, sondern können mit dem Dichter selbst in Dialog treten, ihm einen Brief schreiben, mit seinen Worten spielen oder auch über die von einer Maschine ausgespuckten Strophen sinnieren.
Spannend wird es auch im Kloster Schussenried. Vom 10. Januar bis 15. März stehen dort mächtige Frauen im Mittelpunkt.
Aufruf zum Umsturz, Hetzer im Landtag
Die Sonderausstellung „Göttinnen-Dämmerung: Die Frauen im Spiegel der Geschichte“ beschäftigt sich mit der Entwicklung des Frauenbilds im Laufe der Geschichte. Ob die „Schlangengöttin“ von Knossos auf Kreta, die als Wächterin und „Herrin der Tiere“ verehrt wurde und für Erneuerung steht, oder die drei keltisch-germanischen Bethen – Ambeth, Wilbeth und Borbeth –, die den ewigen Kreislauf von Werden, Wachsen und Vergehen symbolisieren – die Exponate laden dazu ein, über das Bild der Frau in Mythos, Religion und Gesellschaft nachzudenken.
Eine weitere Ausstellung in Schussenried ist die Landesausstellung Kunsthandwerk, die 2026 im Kloster stattfindet. Vom 26. September bis 22. November präsentieren dort Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker ihre Arbeiten. Außerdem erwartet die Besucher ein vielseitiges Begleitprogramm.
Aufrufe zum Umsturz, Hetzer im Landtag: Die Ausstellung des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart zeigt noch bis 12. April passend zum Wahlkampfjahr im Land in der Sonderausstellung „radikal“, wie extreme Kräfte und Erzählungen Wahlkämpfe in Baden-Württemberg schon in der Vergangenheit stark beeinflussten — und Erfolg hatten, und was gemäßigte politische und gesellschaftliche Kräfte dem entgegensetzten.
Radikale Positionen vertraten auch die Kunstschaffenden des Nouveau Réalisme in Frankreich. Die Schau mit dem Titel „RADIKAL. REAL. Nouveau Réalisme und die Kunst der 1960er Jahre“ in der Kunsthalle Mannheim widmet sich vom 3. Juli bis 11. Oktober dieser Kunstrichtung und seinem Umfeld mit Epizentrum in Paris. Die Themen der Kunstschaffenden reichten von Fragen nach Körper und Identität bis hin zur kritischen Auseinandersetzung mit der Industriegesellschaft und Umweltzerstörung.
Blumig wird es in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden : „Bloom up! Die Sprache der Blumen“ lädt vom 12. Juni bis Anfang 2027 zu einem „sinnlich-intellektuellen Rundgang durch 2500 Jahre Kulturgeschichte der Blume“. Die Schau ist die erste gemeinsame Ausstellung der Kunsthalle und des Badischen Landesmuseums Karlsruhe , das während der Sanierungszeit des Schlosses in Karlsruhe in Baden-Baden residiert. Vom altägyptischen Lotus bis zur digitalen Blütenfantasie verwebt die Ausstellung kulturhistorische Objekte aus der Karlsruher Sammlung mit aktuellen künstlerischen Positionen.
Große Landesausstellung ist ab November am Start
Ende des Jahres ist dann eine Große Landesausstellung in Mannheim am Start. Das Technoseum zeigt vom 20. November bis in die Mitte des darauffolgenden Jahres „Sonne, Mond und Sterne – Kultur und Technikgeschichte der Beobachtung von Himmelskörpern“. Die Astronomie ist eine der ältesten Wissenschaften der Menschheit, „und eignet sich deshalb besonders gut, um zu erklären, was Wissenschaft überhaupt ist, wie sie funktioniert und warum sie so spannend ist“, heißt es seitens des Museums.
Mit zahlreichen Objekten aus der eigenen Sammlung und interaktiven Stationen beleuchtet das Haus die Geschichte der Sternenbeobachtung von der Zeit der Aufklärung bis heute. Zusätzlich können die Besuchenden selbst tüfteln und forschen: Etwa, indem sie wissenschaftliche Methoden wie das Messen, Ordnen und Beobachten selbst ausprobieren.
Über den Tellerrand: „Cézanne in Basel
Schon klar, Basel liegt nicht in Baden-Württemberg, aber als unmittelbare Nachbarin ist die Stadt und ihre zahlreichen Ausstellungshäuser immer eine Reise wert. Die Fondation Beyeler in Riehen bei Basel etwa zeigt vom 25. Januar bis 25. Mai erstmals eine Einzelausstellung mit Werken von Paul Cézanne (1839–1906). Die Schau stellt besonders die letzte Phase seines Schaffens in den Fokus. Zu sehen sind 58 Ölgemälden und 21 Aquarellen aus renommierten institutionellen und privaten Sammlungen unter anderem aus der Schweiz, Frankreich, Deutschland, England und den USA. Es sind geheiminsvolle Porträts, paradiesische Badende, verführerische Stillleben, Sehnsuchtslandschaften aus der Provence und sein Lieblingsberg, die Montagne Sainte-Victoire, die der Künstler in immer neuen Ansichten darstellte.
Besuchende bekommen am Ende des Ausstellungsrundgangs die Gelegenheit, die von Cezanne zu grosser Meisterschaft geführte Aquarelltechnik selbst zu erproben. Ebenso gibt es den Kurzfilm „Cezanne on art“ zu sehen.