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Auszeichnung für Studie zur Regionalgeschichte

Der Hohenurach im Landkreis Reutlingen ist eine ehemalige Gipfelburg. Sie liegt oberhalb der Stadt Bad Urach und ist ein beliebtes Ausflugsziel.
Kreisarchiv Reutlingen, Horst Guth)Reutlingen. Warum entstanden Burgen gerade an bestimmten Orten? Welche Rolle spielten Täler, Höhenzüge und Verkehrswege für den Burgenbau im Landkreis Reutlingen ? Und wie prägten soziale, politische und kulturelle Rahmenbedingungen das Leben auf und um die Burgen?
Diesen Fragen geht der Tübinger Burgenforscher und Archäologe Michael Kienzle in seiner Dissertation „Burg und Kulturlandschaft“ nach. Für diese interdisziplinär angelegte und innovativ arbeitende Studie zur Regionalgeschichte wird er mit dem erstmals verliehenen Kreisgeschichtspreis des Landkreises Reutlingen ausgezeichnet, wie dieser mitteilte.
Das Bewusstsein für das historische Erbe stärken
Mit der Auszeichnung würdigt der Landkreis herausragende wissenschaftliche Arbeiten zur Regionalgeschichte und möchte zugleich das Bewusstsein für das historische Erbe und die kulturelle Identität der Region stärken. Der Preis richtet sich insbesondere an Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher.
Michael Kienzle wurde 2022 an der Eberhard Karls Universität Tübingen promoviert. Er ist freiberuflich in der Burgen- und Kulturlandschaftsforschung tätig und legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Vermittlung historisch-kultureller Inhalte für ein breites Publikum.
Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit ist Kienzle seit 2025 Leiter des Burgenzentrums an der Universität Tübingen und engagiert sich im Rahmen des Greifensteinprojekts intensiv für die Erforschung, Dokumentation und Vermittlung mittelalterlicher Burgen in der Region.
In diesem Zusammenhang war er 2024 maßgeblich an der Planung und Umsetzung des Mittelalter-Events „Lebendiges Mittelalter! Ritter und Burgen im Echaztal“ in Pfullingen beteiligt.
Zur Preisverleihung am 19. Januar, um 18:30 Uhr, im Landratsamt Reutlingen lädt das Kreisarchiv ein. Im Anschluss an die Preisverleihung hält der Preisträger einen anschaulichen und reich bebilderten Vortrag zu Burgen und Kulturlandschaften im Mittelalter. Dabei verbindet er archäologische Forschung mit spannenden Einblicken in die Geschichte der Region.
Zentrum für Burgenforschung wurde 2025 eröffnet
An der Universität Tübingen ist im Oktober 2025 das Burgenforschungszentrum eröffnet worden. Die Wissenschaftler wollen bisherige Ergebnisse bündeln und mit Partnern auch außerhalb der Universität zusammenarbeiten. Also mit Vereinen, Städten, Landkreisen oder dem Denkmalschutz. Dafür hat die Universität vom Land 80 000 Euro Starthilfe bekommen.