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Pflegekräfte

Pflegekräftemangel an der Grenze zur Schweiz führt zu höherer Sterblichkeit

Studie: Im Schnitt verloren Krankenhäuser rund zwölf Prozent ihres Pflegepersonals.
Person in weißem Kittel geht einen Flur entlang.

Viele in Grenznähe lebende deutsche Pflegekräfte begannen seit dem Jahr 2011 in der Schweiz zu arbeiten.

dpa/Andreas Arnold)

München/Mannheim. Durch die Abwanderung von Pflegekräften stieg die Sterblichkeit in grenznahen Krankenhäusern in Baden-Württemberg um 4,4 Prozent. Dies zeigt eine neue Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und des ifo Instituts in München.

„Der Pflegekräftemangel wirkte sich vor allem auf ältere Patientinnen und Patienten sowie Notfälle aus. Bei ihnen erhöhte sich die Sterberate. Damit verbunden ist eine stagnierende Lebenserwartung in den betroffenen Grenzregionen zur Schweiz – während diese im Rest Deutschlands stieg“, sagt Studienautor Oliver Schlenker, Research Associate am ZEW Mannheim.

Rund zwölf Prozent des Pflegepersonals ging in die Schweiz

Im Schnitt verloren deutsche Krankenhäuser in der Grenzregion zur Schweiz rund zwölf Prozent ihres Pflegepersonals im Vergleich zu ähnlichen Kreisen im Landesinneren. Jeder Prozentpunkt dieses Rückgangs verringerte die Pflegeintensivität um etwa 0,8 Prozent pro Patienten, die Operationswahrscheinlichkeit um ein Prozent und erhöhte die Sterbewahrscheinlichkeit um 0,4 Prozent, heißt es weiter.

Bei Patienten mit Sepsis und Herzinfarkt erhöhte sich die Sterblichkeit sogar um 11,6 und 17,7 Prozent.

Im Jahr 2011 begannen viele in Grenznähe lebende deutsche Pflegekräfte in die Schweiz zu arbeiten. Der Grund: Ein gleichbleibend starker Schweizer Franken bei gleichzeitig stagnierenden Tariflöhnen in Deutschland.

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