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Landratswahl: Grüner Kreisrat tritt gegen Oberbürgermeister an

Manuel Just (links) und Ralf Frühwirt wollen Landrat im Rhein-Neckar-Kreis werden.
Köpfe: privat//Hintergrund: gettyimagespro via Canva.com//Montage: pkw)Heidelberg/Wiesloch. Am 3. Februar wählt der Kreistag des Rhein-Neckar-Kreises in Wiesloch den neuen Landrat. Manuel Just hat seine Kandidatur früh angekündigt: Bereits im Juli 2025 informierte er den Gemeinderat in Weinheim über seine Absicht, bei der Landratswahl anzutreten. Der Antrieb für seine Kandidatur ist die Scharnierfunktion des Landrats zwischen der staatlichen Ebene und den Städten und Gemeinden.
Persönlich empfindet er sich als „Kind des Rhein-Neckar-Kreises“. Just ist dort aufgewachsen und hat sein bisheriges Berufsleben in unterschiedlichen Funktionen verbracht. Der 47-Jährige wurde 2018 zum Oberbürgermeister in Weinheim gewählt, davor war der Diplom-Verwaltungswirt Bürgermeister in Hirschberg und Kämmerer in Rauenberg (alle Rhein-Neckar-Kreis). „Ich bin seit 19 Jahren im kommunalen Wahlamt tätig und möchte das Fachwissen zum Wohle des Landkreises einsetzen“, sagt er.
„In einer nichtöffentlichen Abstimmung kann viel passieren“
Im Falle eines Wahlsiegs möchte Just sich primär um die Kreisfinanzen kümmern, Prozesse überprüfen und gegebenenfalls verschlanken und digitalisieren. Der Kreis müsse seine Hausaufgaben bei der Haushaltskonsolidierung machen, allerdings hänge die Finanzsituation maßgeblich von der Ausstattung durch den Bund und das Land ab. Als weitere große Themen nennt er den Klimaschutz und den Erhalt der Krankenhäuser in der Region.
Rückhalt bekommt der parteilose Just nicht nur von der CDU, sondern auch von den Freien Wählern und der FDP. Die jeweiligen Parteiführungen unterstützen seine Kandidatur. Folgen ihm auch die Kreisräte dieser drei Parteien, kann Just mit 55 Stimmen rechnen – 30 von der CDU, 18 von den Freien Wählern und 7 von der FDP. Damit hätte er rechnerisch eine knappe Mehrheit: Für den Wahlsieg im 104 Mitglieder starken Kreistag sind 53 Stimmen nötig.
Ralf Frühwirt verweist darauf, dass die Fraktionen sich positioniert hatten, bevor er seinen Hut in den Ring geworfen hatte. Denn auf Just hatten sich die Parteien verständigt, noch bevor ein zweiter Kandidat ins Rennen gegangen war. Der 64-Jährige hofft nun auf Abweichler, vor allem bei den Freien Wählern und der FDP. „In einer nichtöffentlichen Abstimmung kann viel passieren, aber es würde auch nicht überraschen, wenn wir nach drei CDU Landräten wieder einen CDU-Landrat hätten“, sagt er.
Frühwirt ist seit Jahrzehnten in der Kommunalpolitik aktiv. Er arbeitet in der Erwachsenenbildung und ist außerdem Fraktionssprecher der Grünen im Gemeinderat in Leimen. Im Falle einer Wahl würde er die Kreisfinanzen wieder ins Lot bringen, die Gesundheitsversorgung im Kreis sichern. Die Erneuerbaren Energien will er stark ausbauen, wovon auch die Kreisfinanzen und die Kommunen profitieren sollen. Außerdem möchte er die Kreisthemen mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken.
Drei Landräte seit der Gründung des Kreises
Seit Gründung des Rhein-Neckar-Kreises im Jahr 1973 gab es bislang drei Landräte: Albert Neckenauer, Jürgen Schütz und Stefan Dallinger, der nach zwei Amtsperioden nicht mehr antritt. Der neue Landrat startet am 1. Mai ins Amt.