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Manuel Just zum Landrat des Rhein-Neckar-Kreises gewählt

Der noch amtierende Landrat Stefan Dallinger (Mitte) mit seinem Nachfolger Manuel Just (links) und dessen Mitbewerber Ralf Frühwirt.
Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis)Wiesloch. Der Rhein-Neckar-Kreis bekommt einen neuen Landrat: Der Kreistag wählte am Dienstag in Wiesloch den Weinheimer Oberbürgermeister Manuel Just . Im ersten Wahlgang erhielt Just 72 der 96 abgegebenen Stimmen. Auf seinen Mitbewerber Ralf Frühwirt (Grüne) entfielen 20 Stimmen, vier Kreisräte enthielten sich. Von den insgesamt 102 wahlberechtigten Kreisrätinnen und Kreisräten waren 96 anwesend. Beide Kandidaten nahmen als Kreistagsmitglieder nicht an der Abstimmung teil.
Just war als Favorit ins Rennen gegangen, nachdem er im Vorfeld die Unterstützung von CDU, Freien Wählern und FDP erhalten hatte. Die drei Fraktionen haben zusammen 55 Sitze im Kreistag. „Natürlich nehme ich die Wahl an. Es ist für mich ein grandioses Ergebnis“, sagte der sichtlich gelöste Wahlsieger nach dem lang anhaltenden, tosenden Beifall der anwesenden Kreisräte und Gäste. Seinem Konkurrenten dankte er für einen „sehr fairen Wahlkampf“.
Just bezeichnete sich als Kind des Rhein-Neckar-Kreises
In seiner Bewerbungsrede hatte sich der 47-jährige Just als „Kind des Rhein-Neckar-Kreises“ bezeichnet. Der Diplom-Verwaltungswirt verwies auf seine Stationen als Kämmerer in Rauenberg, Bürgermeister in Hirschberg und Oberbürgermeister von Weinheim seit 2019. Zu den künftigen Aufgaben zählte er die Konsolidierung des Kreishaushalts gemeinsam mit den 54 Kreiskommunen sowie die Digitalisierung der Verwaltung. Er werde als Landrat weiter für den Erhalt aller vier Klinikstandorte im Kreis kämpfen und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Kreisumlage die Leistungsfähigkeit der Städte und Gemeinden im Kreis nicht erdrücke. Klimaschutz bezeichnete Just als „Mega-Thema“, insbesondere in der Mobilität sieht er Potenzial für CO₂-reduzierende Angebote. Im Bildungsbereich sei der Kreis gut aufgestellt, müsse sich aber weiterentwickeln.
Auch Frühwirt, Leimener Stadtrat und Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag, sprach von einem fairen Wettbewerb. Er hatte im Vorfeld auf Stimmen außerhalb seiner 16-köpfigen Grünen-Fraktion gehofft. Diese freue sich nun auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Landrat. „Vielleicht werden ein paar der Ideen in die Arbeit einfließen“, sagte er mit Blick auf seine eigenen inhaltlichen Vorschläge, die er zuvor skizziert hatte.
Frühwirt verwies auf seine jahrzehntelange Erfahrung
Frühwirt stellte in seiner Rede einen anderen Führungsansatz in den Mittelpunkt. Er verwies auf seine jahrzehntelange Erfahrung als ehrenamtlicher Kommunalpolitiker und seine berufliche Qualifikation als Erziehungswissenschaftler. „Wir haben so viele gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Verwaltungserfahrung im Landratsamt“, sagte er. Da brauche es nicht auch noch einen Verwaltungsfachmann an der Spitze.
Als Landrat wolle er stärker zuhören, Verwaltungshandeln transparenter machen und die Ideen der Kreisrätinnen und Kreisräte stärker einbeziehen. Den Ausbau erneuerbarer Energien versteht er nicht nur als Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch als wirtschaftliche Chance für den Landkreis.
Just folgt auf Landrat Stefan Dallinger
Mit einem Augenzwinkern und begleitet von einzelnen Lachern sagte der 64-Jährige zum Schluss an die Kreisräte gerichtet: „Sie haben die Chance, mich als den ersten einer langen Reihe von grünen Landräten zu wählen. Seien Sie mutig, überraschen Sie sich, überraschen Sie die Welt“ – allein es kam anders.
Die Amtszeit von Just als Landrat startet offiziell am 1. Mai. Er folgt auf Stefan Dallinger (CDU), der nach zwei Amtsperioden in den Ruhestand geht und sein Amt zum 30. April abgibt. Der Rhein-Neckar-Kreis ist mit über 558 000 Einwohnern der bevölkerungsreichste Landkreis in Baden-Württemberg.