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Weit mehr als nur die Hüter alter Akten

In Boxen verstaut liegen am im baden-württembergische Landesarchiv in Stuttgart archivierte Unterlagen.
dpa/Daniel Maurer)Stuttgart. Am ersten Märzwochenende, am 7. und 8. März, findet der Tag der Archive statt, diesmal unter dem Motto „Alte Heimat – neue Heimat“. Alle Interessierten sind eingeladen, historische Bestände zu erkunden, Magazinräume zu besichtigen und seltene Originale zu entdecken. Damit wird sichtbar, dass Archive weit mehr sind als Hüter alter Akten: Sie sind lebendige Orte des Erinnerns und Erzählens, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbinden.
Geschichten der Arbeitsmigration
Das Motto zeigt viele Perspektiven auf Heimat – Migration, Flucht, der Verlust vertrauter Orte oder das Entstehen neuer Identitäten. Archive zeigen, wie Menschen alte Heimaten hinter sich lassen und neue finden und welche Spuren diese Entwicklungen in Gesellschaft und Kultur hinterlassen. In Stuttgart etwa öffnet das Hauptstaatsarchiv am Samstag von 11 bis 16 Uhr seine Magazinräume und die Ausstellung „Ankommen und bleiben? – 70 Jahre deutsch‑italienisches Anwerbeabkommen“. Stündliche Führungen beleuchten die Geschichten der Arbeitsmigration und ihre Bedeutung für die Stadtgesellschaft.
In Heidelberg können Besucher das Universitätsarchiv erkunden. Dort laden Führungen durch die Bestände und ein Vortrag zur künstlerischen Beheimatung um 1900 dazu ein, Heimat aus einer kulturellen Perspektive zu betrachten.
Mannheimer Marchivum bietet Führungen an
Auch kleinere Archive beteiligen sich: Im Stadtarchiv Kornwestheim erwarten die Besucher moderierte Rundgänge durch ausgewählte Dokumente, die lebendige Einblicke in die lokale Geschichte geben. Das Marchivum Mannheim ist ebenfalls am Samstag dabei und bietet Führungen durch Haus und die Ausstellungen, Einblicke in den Archivalltag, ein Bühnenprogramm und Mitmachaktionen.
Weiterhin gibt es eine Lesung, die zum Internationalen Frauentag am 8. Mai passt: Im Mittelpunkt der Biografie „Ein ‚deftiges Menschenherz““ von Rosemarie Günther steht Alice Bensheimer. Die Sozialpolitikerin und Frauenrechtlerin war in Mannheim in der Armenfürsorge tätig.