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Firmenchefs brauchen keine politische Nachhilfe

Reinhold Würth gehört zu den Firmenchefs, die klar gegen die AfD Position bezogen haben.
Würth-Gruppe/tm studios/Mario Heinritz)Reinhold Würth hat es getan, SAP-Chef Christian Klein und andere Chefs großer und mittlerer Unternehmen ebenso: Die haben sich von der AfD klar distanziert, der Partei zu Recht vorgeworfen, ein Risiko für die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu sein und/oder mit ihren politischen Positionen Schaden für die Unternehmen zu verursachen, wenn die AfD-Agenda umgesetzt würde.
Doch ist diese öffentlich geäußerte Kritik geschickt? Ausgerechnet das Institut der Deutschen Wirtschaft hat das untersucht und alleine mit der Fragestellung leise Zweifel in die Welt gesetzt. Denn die Ergebnisse der Umfrage, die dafür in Auftrag gegeben wurde, sind wenig überraschend. Dass Menschen, die der AfD nahestehen, sich von ihrer politischen Präferenz mehrheitlich nicht abbringen lassen, wenn ein bekannter Wirtschaftsboss die Partei öffentlich kritisiert, ist ebenso wenig verwunderlich wie die Erkenntnis, dass solche Menschen, dem Unternehmen nach solchen Statements distanzierter gegenüber stehen.
Kontroversen gehören zur Demokratie
Doch was schließen wir daraus? Die Kölner Wissenschaftler jedenfalls raten den Wirtschaftslenkern dazu, „wirtschaftspolitische Kritik maßvoll, sachlich und verantwortungsbewusst formulieren“ und auf Zuspitzungen zu verzichten. Doch darf man bezweifeln, dass noch mehr weichgespülte Statements, in diesem Fall von Firmenchefs, den politischen Diskurs in unserem Lande weiterbringen. Kontroversen gehören zur Demokratie. Und die entfachen die Wirtschaftskapitäne bekanntlich nicht nur in Bezug zur AfD und das zu Recht.