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Baden-Badens neuer Rathauschef braucht starke Nerven

Thomas Jung und Lencke Wischhusen kämpfen um den Einzug ins Baden-Badener Rathaus.
dpa/Uli Deck)Da war er wieder, dieser ganz besondere Baden-Baden-Moment. Kurz vor der Stichwahl berichten beide Kontrahenten von Angriffen auf ihre Person. Thomas Jung verweist laut Badische Neueste Nachrichten darauf, im Wahlkampf von Anhängern seiner Mitbewerberin Lencke Wischhusen teils heftig attackiert worden zu sein, spricht von Lügen. Wischhusen klagt ebenfalls über schwere Angriffe gegen sich.
Seit 1990 hat keiner länger als acht Jahre durchgehalten
Wer dieses Duell am Sonntag gewinnt, übernimmt ohnehin kein leichtes Amt. Die Stadtkasse ist leer, die Aufgaben sind gewaltig. Schon das allein reicht, um Respekt vor dem künftigen Oberbürgermeister zu haben. Doch in Baden-Baden kommt noch etwas hinzu: ein politisches Klima, das seit Jahren eher abschreckt als anzieht. Seit 1990 hat hier kein Rathauschef länger als acht Jahre durchgehalten. Dietmar Späth, der letzte Amtsinhaber, zog sich nach nur drei Jahren krankheitsbedingt zurück – zuvor hatte er von Anfeindungen berichtet. Auch frühere Oberbürgermeister sahen sich Verleumdungskampagnen ausgesetzt. Und selbst der Erste Bürgermeister Alexander Wieland verzichtete auf eine Kandidatur – mit Verweis auf Kräfte, die im Hintergrund wirken.
Ein dickes Fell gehört zur Grundausstattung
Kein Wunder also, dass unter den acht Kandidaten vor der Wahl am 8. März kein klassischer Verwaltungsprofi war. Wer das System von innen kennt, hält offenbar lieber Abstand zur Kurstadt. Vielleicht ist das aber auch kein Nachteil. Jung kann eine erfolgreiche Karriere beim SWR vorweisen, Wischhusen führte das Familienunternehmen und war Fraktionschefin in Bremen. Wer auch immer es wird, eine Qualifikation braucht der künftige Rathauschef: Ein dickes Fell gehört in Baden-Baden zur Grundausstattung.