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Bundesrat fordert Sonderausschreibung für Windenergie an Land

Für die Stabilität des Stromsystems ist die Windenergie an Land von zentraler Bedeutung.
IMAGO/MICHAEL BIHLMAYER)Berlin/Stuttgart. Allein in Baden-Württemberg wurden im vergangenen Jahr rund 100 Windkraftanlagen genehmigt. Doch sie sind noch nicht gebaut. Windkraftanlagen in den süddeutschen Ländern erhalten bei den stark überzeichneten Ausschreibungen des Bundes kaum noch Zuschläge. Das bereitet in Baden-Württemberg und Bayern nicht allein Probleme beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Es erhöht auch die Netz- und Redispatchkosten, die anfallen, wenn Netzengpässe entstehen. Das hat zuletzt eine Studie der Forschungsstelle für Energiewirtschaft gezeigt, die im Auftrag der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg und dem Landesverband Erneuerbare Energien (LEE) Bayern erstellt wurde.
Nun hat auch der Bundesrat reagiert und einen Gesetzesantrag der Länder Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein angenommen. Dieser sieht für das Jahr 2026 eine einmalige zusätzliche Sonderausschreibung für Windenergie an Land mit dem Volumen von 5000 Megawatt vor. Das zusätzliche Ausschreibungsvolumen soll dabei nicht auf die regulären Ausschreibungsmengen angerechnet werden. In diesen Ausschreibungen wird regelmäßig festgelegt, wie viel Windenergie an Land zugebaut werden darf.
Die Windenergie an Land sei ein zentraler Bestandteil der erneuerbaren Stromerzeugung in Deutschland und wesentlich für eine sichere, bezahlbare und klimaverträgliche Energieversorgung. Sie leiste einen unverzichtbaren Beitrag zur Deckung des Strombedarfs, insbesondere in den Wintermonaten sowie in den Nachtstunden, und sei damit für die Stabilität des Stromsystems von zentraler Bedeutung, heißt es in der Begründung der Länder.
Außerdem fordern die Länder auf Antrag Bayerns und Niedersachsens vom Bund Klarheit über die zukünftigen bundesrechtlichen Rahmenbedingungen zum Ausbau der Windenergie. Länder, Planungsverbände, Kommunen und die Branche bräuchten Rechts-, Investitions- und Planungssicherheit. Zudem seien auch für die Jahre 2027 und 2028 zusätzliche Ausschreibungsvolumina vorzusehen.
Verbände fordern Änderungen bei Windkraftausschreibungen | Staatsanzeiger BW