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Pharma

Biontech schließt Standorte – gut 800 Curevac-Jobs betroffen

Biontech hat seinen früheren Impfstoff-Konkurrenten erst kürzlich komplett übernommen. Nun wollen die Mainzer sparen – und in Tübingen und an anderen Standorten droht der Kahlschlag. Oberbürgermeister Palmer zeigt sich schockiert und spricht von einem harten Schlag für die Stadt und die Region.
Hand in orange Handschuh hält grüne Spritze vor Logos von Biontech und Curevac.

Der Impfstoffhersteller Biontech will mehrere Standorte schließen - darunter auch Standorte des übernommenen Konkurrenten Curevac.

Imago/FrankHoemann/Sven Simon)

Mainz. Der Impfstoffhersteller Biontech will mehrere Standorte schließen – darunter auch Standorte des übernommenen Konkurrenten Curevac . Von den Plänen sind dem Mainzer Unternehmen zufolge ungefähr 820 frühere Curevac-Beschäftigte betroffen. Der Standort in Tübingen und frühere Hauptsitz von Curevac soll bis Ende 2027 geschlossen werden.

Oberbürgermeister Boris Palmer sprach von einem schweren Schlag für die Stadt, das Land Baden-Württemberg und die Beschäftigten. „Das ist ein schwerer Schlag für Tübingen , für Baden-Württemberg und vor allem für die vielen hochqualifizierten Beschäftigten, die Curevac über Jahre getragen haben.“ Zudem sagte er: „Ich erwarte von Biontech, dass keine unumkehrbaren Fakten geschaffen werden, bevor ernsthaft über Alternativen verhandelt wurde. Erst kaufen, dann killen, das geht so nicht.“

Das Management des Biopharma-Unternehmens begründet die Einschnitte mit einer zu geringen Auslastung, Überkapazitäten und Kostensenkungen. Von den Plänen sind neben den früheren Curevac-Standorten auch die Biontech-Produktion in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur betroffen. Insgesamt sollen bis zu 1.860 Stellen gestrichen werden.

Biontech hatte 2025 angesichts hoher Entwicklungskosten einen Verlust in Milliardenhöhe gemacht. Auch im ersten Quartal 2026 schrieb das Unternehmen rote Zahlen. Das Management rechnet nach vollständiger Umsetzung der Maßnahmen im Jahr 2029 mit wiederkehrenden jährlichen Einsparungen von bis zu rund 500 Millionen Euro. Die Mittel sollen für die Forschung, Entwicklung und Markteinführung von Medikamenten gegen Krebs eingesetzt werden.

Onkologie im Fokus

Biontech, das in der Corona-Pandemie Milliarden mit seinem Corona-Impfstoff verdient hatte, entwickelt Medikamente auf mRNA-Basis gegen Krebs und andere Krankheiten. Jüngst wurde das Biotechnologieunternehmen Curevac aus Tübingen übernommen. Palmer betonte die Bedeutung des Unternehmens für den Standort: „Curevac ist in Tübingen entstanden – aus der Universität, aus der Arbeit von Pionieren wie Ingmar Hoerr und Hans-Georg Rammensee.“ Bis 2030 wollen die Mainzer mehrere Zulassungsanträge für Onkologie-Kandidaten gestellt haben. (dpa/lsw)

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