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Für Auszubildende und ihre Ausbilder Lernen „simple“ machen

Nicolai Schork (links) und Alexander Giesecke haben Simpleclub gegründet und leiten das Unternehmen heute als Geschäftsführer.
simpleclub)Stuttgart. Seit der fünften Klasse sind Alexander Giesecke und Nicolai Schork beste Freunde. Bereits mit 16 Jahren veröffentlichten sie ihr erstes YouTube-Video. Unter dem Namen Simpleclub unterstützen sie damit seit 2011 Schüler dabei, Lerninhalte besser zu verstehen. Ihre Lehrvideos existieren zwar bis heute, doch sie sind längst nur noch ein Teil der Geschichte. Aus dem einstigen Bildungsprojekt ist ein Technologieunternehmen entstanden, das die Berufsausbildung digital neu denken will. Denn eines hat sich nie verändert: Ihr Ziel, Menschen dabei zu helfen, Fachinhalte besser zu verstehen.
Rund 750 Unternehmen sind aktuell Kunden
Die beiden Gründer aus Mosbach sind heute 31 Jahre alt. Aus ihren YouTube-Kanälen – „mit Millionen von Abonnenten, über einer Milliarde Videoaufrufen und einer sehr großen Markenbekanntheit“, sagt Giesecke – ist inzwischen weit mehr geworden: „Wir sind ein Betriebssystem für die berufliche Ausbildung und Umschulung.“ Ursprünglich für die Zielgruppe von Schülern gebaut, haben sie es bald in den Unternehmenskontext übertragen. Bereits rund 750 Unternehmen zählen zu ihren Kunden, darunter Großkonzerne wie Bosch oder die Deutsche Bahn.
Für jedes Alter, denn gelernt wird ein Leben lang
Innerhalb der Plattform werden Lerninhalte nicht nur verständlich aufbereitet und digital bereitgestellt. Denn digitales Lernen allein reiche heute nicht mehr aus, sagt Schork: „In dem Moment sind wir der Ausbilder, und der Nutzer hat digital angeleitet gelernt.“ Die Plattform vermittelt sowohl theoretische Inhalte – etwa über interaktive Lernformate – als auch praktische Fähigkeiten. So gebe es Anwendungen, bei denen Auszubildende direkt im Unternehmen an einer Drehmaschine arbeiten und dabei digital angeleitet werden: „Nicht nur als Schritt-für-Schritt-Anleitung, sondern so, dass du danach wirklich die Fähigkeit hast, mit der Drehmaschine zu arbeiten“, sagt Schork. Unterstützt wird das System von einem digitalen Tutor, der auf eine von Simpleclub aufgebaute Datenbank zugreift. Sie enthält alle notwendigen Informationen, um Fragen der Lernenden zu beantworten. Gleichzeitig wächst die Wissensbasis kontinuierlich weiter: Da Simpleclub mit jedem Unternehmenskunden individuell zusammenarbeitet, liefern die Ausbilder fortlaufend neue Inhalte und Erfahrungswerte, die in die Plattform integriert werden. Zeitgleich können die Unternehmen den aktuellen Wissensstand ihrer Auszubildenden abfragen und sehen, wo deren Defizite liegen.
Aktuell bietet das Unternehmen seine Dienstleistungen für verschiedene Branchen an – darunter das Gesundheitswesen, die Industrie sowie der IT-Bereich: „Wir decken den Großteil der Berufsbilder in Deutschland ab“, sagt Giesecke. Einen besonderen Fokus lege Simpleclub dabei auf die Industrie: „Weil dort der Fachkräftemangel enorm ist.“ Aber nicht nur Fachkräfte, sondern auch Ausbilder würden zunehmend fehlen: „Es ist eine immer größere Diskrepanz zwischen dem, was das System liefert, und dem, was die Wirtschaft braucht“, sagt Schork. Die Gründer verstehen Simpleclub deshalb als Schnittstelle, die Unternehmen unabhängiger von den Berufsschulen machen soll.