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Code the State

Hackathon: Wie Studierende den digitalen Staat programmieren (würden)

Bei einem Hackathon haben Studierende sich über kommunale Daten gebeugt und ausgetüftelt, wie diese für Bürger aufbereitet werden können. Die kommunale Seite war von den Ergebnissen beeindruckt.
Mehrere Personen an Tischen mit Laptops, zwei Personen stehen im Hintergrund.

Studierende arbeiten beim Hackathon „Code the State“ in Heilbronn. Silas Link von der Gemeinde Zaberfeld (stehend, blaues Hemd) hatte einen Anwendungsfall für sie dabei.

Komm.one)

Heilbronn. Während die Pizza für die Mittagspause kalt wird, diskutieren vier Gruppen noch über Karten, Datenmodelle und Künstliche Intelligenz. Beim Hackathon „Code the State“ in den IPAI-Spaces in Heilbronn entwickelten 40 Studierende Lösungen für Probleme, mit denen Städte und Gemeinden täglich konfrontiert sind – von einem KI-gestützten Internet-Monitoring für den Katastrophenschutz über die Generierung von 3D-Daten aus Bebauungsplänen bis hin zur KI-Beantwortung von Baufragen.

Veranstaltet wurde der zweitägige Wettbewerb vom kommunalen IT-Dienstleister Komm.One gemeinsam mit dem Verein Public Makers, der Studierende unterschiedlicher Fächer und die Verwaltung zusammenbringen will. Für drei Lösungen der Problemstellungen wurden Preisgelder vergeben.

Bürger sollen Informationen selbst abrufen können

Silas Link hat aus Zaberfeld eine Aufgabe für den Hackathon mitgebracht. Der Kämmerer und Katastrophenschutzbeauftragte der Gemeinde im Kreis Heilbronn kennt die Fragen der Bürger sehr gut. Regelmäßig wollen Einwohner wissen, ob ihr Haus bei Starkregen oder Hochwasser gefährdet ist und wie sie sich schützen können. Bislang müssen solche Auskünfte von der Verwaltung selbst beantwortet werden.

Was wäre, wenn Bürger die Informationen online abrufen könnten? „Sie haben davon einen klaren Vorteil, wenn sie wissen, wo sie bei Hochwasser ihr Auto abstellen können – und für die Gemeinde wäre es eine Entlastung“, erklärt Link. Schon wenige Stunden nach Beginn des Hackathons präsentierte das Team erste Entwürfe. „Ich muss sagen, wir waren begeistert, was in der sehr kurzen Zeit möglich war“, berichtet Link später.

Die Studierenden entwickelten eine Anwendung, die mithilfe von KI adressgenaue Risikoanalysen erstellt. Bürger erhalten automatisch Leitfäden im PDF-Format mit allgemeinen und ortsspezifischen Informationen sowie Empfehlungen. Beeindruckt habe Link, wie schnell Rückmeldungen aus der kommunalen Praxis in die Anwendung eingeflossen seien. Das Ergebnis sei so überzeugend gewesen, dass er die Lösung am liebsten sofort in seiner Gemeinde testen würde. Am Ende belegte das Team den dritten Platz.

Warum setzt ein kommunaler IT-Dienstleister mit 2200 Beschäftigten auf die Ideen von Studierenden? Laut Komm.One-Vorstand Jörg Eberle seien viele Daten zwar vorhanden, würden aber noch nicht ausreichend genutzt, sagt er. „Die Studierenden bringen einen unverstellten Blick darauf mit, wie man diese Daten für die Bürger nutzbar machen kann.“ Die entwickelten Projekte sollen deshalb nicht mit dem Ende des Hackathons in der Schublade verschwinden. Vielmehr hofft Komm.One, einige Ansätze weiterzuentwickeln.

„Generation Z will aus Überzeugung Neues schaffen“

Künftig setzt die Anstalt öffentlichen Rechts auch auf das Umfeld in Heilbronn. In der Nähe des Hackathons entsteht der Innovationspark Künstliche Intelligenz (IPAI). Der Campus soll Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenbringen und gilt als eines der größten KI-Projekte Europas.

Mitorganisiert hat den Wettbewerb Vidya Munde-Müller, KI-Expertin von Komm.One. Für sie lebt Innovation vom Austausch. „Wenn man verschiedene Perspektiven zusammenbringt, entsteht Magie“, sagt sie. Viele junge Menschen seien durchaus an der öffentlichen Verwaltung interessiert. „Die Generation Z will aus Überzeugung Neues schaffen.“ Gerade der öffentliche Sektor biete zahlreiche sinnvolle Einsatzmöglichkeiten für digitale Technologien. Dafür brauche es eine offene Atmosphäre, in der Ideen ausprobiert werden können. Ein Hackathon sei der richtige Ort, an dem ungewöhnliche Ansätze ausdrücklich erwünscht seien, „ein Safespace für radikale Ideen“.

Zum Abschluss präsentierten die Teams ihre Ergebnisse vor einer Jury. Den ersten Platz und ein Preisgeld von 1500 Euro sichert sich das Team „HXG – Vera“ mit seinem Konzept für ein KI-gestütztes Internet-Monitoring im Katastrophenschutz und Krisenmanagement. Die KI durchsucht kontinuierlich und in Echtzeit Informationsquellen im Netz und in sozialen Medien nach relevanten Inhalten zu Katastrophen und Gefahren und bereitet diese für Entscheider auf.

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Weitere Infos zum Verein Public Makers finden Sie hier .

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