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Ein-Mann-Start-up baut KI-Tools, um Vergaben zu erleichtern

KI-Experte Paul Fel: Ich möchte, dass Menschen wieder mehr Freude an effektiver Arbeit haben.
Privat)Höchstenbach . „Ich bin kein Freund von repetitiven Aufgaben, die viel Zeit fressen“, sagt Paul Fel. Der Jungunternehmer aus Höchstenbach in Rheinland-Pfalz geht davon aus, dass es vielen Menschen ähnlich geht. Deshalb entwickelt er KI-Tools, die Vergabetätigkeiten automatisieren sollen. „Mein Plan ist, diese Werkzeuge weiter auszubauen“, sagt der 39-Jährige.
Zu viel Zeit für wiederkehrende Aufgaben
Begonnen hat alles vor rund einem Jahr, als er für einen Bekannten aus dem internationalen Bietermarkt ein erstes KI-Tool programmierte. „Ich habe gesehen, wie viel Zeit er mit wiederkehrenden Aufgaben verbringt“, erzählt der KI-Experte. Für jedes Angebot musste der Bekannte passende Produkte finden und prüfen, ob sie zum Leistungsverzeichnis passen – eine tagelange Arbeit. Fel sagte ihm: „Komm, ich automatisiere dein Business.“
Fel entwickelte ein Tool, das die passenden Produkte und Hersteller automatisch ermittelt. „Die KI erkennt die Positionen im Leistungsverzeichnis und findet dazu die passenden Hersteller – wo möglich bis zur Artikelnummer samt Konfidenzwert. Anschließend erstellt sie automatisch alle Anfragen, damit Preise und Informationen eingeholt werden können“, erklärt er. Fel vermarktet sein Tool heute unter dem Namen Tender Automation.
KI-Werkzeug arbeitet mit gängigen KI-Modellen
Für die Automatisierung der Angebotsprozesse kombiniert er mehrere bestehende KI-Modelle mit einer eigenen Benutzeroberfläche. Jede KI übernimmt nur die Aufgabe, für die sie geeignet ist – das reduziert Fehler und „Halluzinationen“. „Die Arbeit wird konzentrierter und schneller. Ich möchte, dass Menschen wieder mehr Freude an effektiver Arbeit haben“, sagt Fel.
Zudem soll das Tool Fehler verhindern. „Jedes dritte Angebot scheitert an formalen Vorgaben“, sagt Fel. „Das ist bitter: Zwei Wochen Arbeit für eine EU-Ausschreibung – und dann scheitert alles an einem Formfehler.“
Inzwischen entwickelt er auch KI-Tools für die Auftraggeberseite. Das Ergebnis heißt Produktneutral.de. „Öffentliche Auftraggeber müssen produktneutral ausschreiben – also keine Marken bevorzugen“, erklärt er. „Ist eine Ausschreibung zu produktspezifisch, können Bieter das beanstanden – und das Verfahren verzögert sich erheblich.“
Sein Tool übernimmt eine technische Vorprüfung des Leistungsverzeichnisses und zeigt, wo Auftraggeber nachbessern sollten – bevor das Leistungsverzeichnis zum Fachanwalt geht. So lassen sich zusätzliche Schleifen vermeiden.
Schwellenwertrechner für öffentliche Auftraggeber
Seine jüngste Entwicklung ist ein Schwellenwertrechner. Er ordnet ein, ob ein Vorhaben EU-weit ausgeschrieben werden muss oder national vergeben werden kann – und zeigt unterhalb der EU-Schwelle, wo im jeweiligen Bundesland die Grenze zum Direktauftrag liegt, getrennt nach Landes- und Kommunalwert. „Ich habe dafür alle Tabellen und Werte gesammelt, ausgewertet und in ein Tool überführt.“