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Wohnungsmangel

Bauministerin Schopper fordert mehr Mut zur Vereinfachung beim Bauen

Die baden-württembergische Bauministerin Theresa Schopper (Grüne) will den Wohnungsbau effizienter, wirtschaftlicher und digitaler machen. Das soll Neubau und Sanierung wirtschaftlicher machen und so die Zahl der zusätzlichen Wohnungen erhöhen.
Frau am Mikrofon, Publikum im Hintergrund, Lichtdurchflutete Umgebung.

Die neue Bauministerin Theresa Schopper will Bauen einfacher, schneller, günstiger und digitaler machen.

Jürgen Schmidt)

Stuttgart. Für Theresa Schopper gab es beim Sommerempfang der Architektenkammer Baden-Württemberg (AKBW) Lob vom scheidenden Kammerpräsidenten Markus Müller für die vertrauensvolle Zusammenarbeit in ihrer noch kurzen Amtszeit. Doch Müller machte auch deutlich, dass den bislang guten Diskussionen mit der Grünen-Bauministerin nun konkrete Maßnahmen folgen müssten. Die momentane Situation am deutschen Wohnungsmarkt sei einzigartig. „Wir hatten noch nie die Situation, dass der Wohnungsbedarf steigt und die Fertigstellungszahlen sinken, sagte der AKBW-Präsident.

Bauleistungspreise steigen in 15 Jahren um 90 Prozent

Raschen Handlungsbedarf sieht auch Schopper. Bauen müsse einfacher, schneller, günstiger und digitaler werden, sagte sie vor Vertretern aus Politik, Bauwirtschaft, Kommunen und Architekten. „Wir brauchen mehr Mut zur Vereinfachung“, betonte die Bauministerin.

Die Preisentwicklung im Bausektor in den vergangenen Jahren lasse Wohnungsbau wirtschaftlich gesehen kaum noch zu. Als Beispiel führt Schopper Zahlen aus Ludwigsburg an. In der 90.000-Einwohner-Stadt nördlich von Stuttgart hätten 2010 die Gestehungskosten für eine Wohnung noch bei 3000 Euro gelegen, inzwischen seien es 5700 Euro. Und bei diesen Kosten bewege man sich nicht im Luxussegment.

Normen aus anderen Ländern sollen in den BW-Standard

Die Bauleistungspreise seien in diesem Zeitraum um 90 Prozent gestiegen, während sich die Verbraucherpreise nur um 40 Prozent erhöht hätten, erklärte Schopper. Bei solchen Kosten ließen sich Wohnungen, die sich auch noch vermieten lassen, nicht mehr bauen.

Ein Hebel für einfacheres und kostengünstigeres Bauen soll der im Koalitionsvertrag verankerte Baden-Württemberg-Standard werden, an dessen Formulierung auch die Architektenkammer maßgeblich mitarbeiten soll. Schopper will dabei auf Ideen aus anderen Bundesländern zurückgreifen. Und die Digitalisierung der Bauverwaltung und der Baugenehmigungsverfahren soll weiter vorangetrieben werden.

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