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Landeshauptstadt hilft Graffiti-Geschädigten mit barer Münze

Ob politische Botschaft oder Graffiti-Tag – besprühte Hauswände wie hier in Stuttgart verärgern oft die Eigentümer.
imago images/Arnulf Hettrich)Stuttgart. Mal schnell den Namen oder eine Botschaft an die Wand gesprüht, mit Farbdose oder Stiften Schrift oder Bilder auf die Außenmauer appliziert – was in einigen Fällen als Ausdruck von Jugendkultur und Street-Art gilt, ist andererseits oft nicht mehr als eine illegale Schmiererei . Hauseigentümer ärgern sich darüber, die teils hohen Kosten für die Beseitigung der Graffitis selbst aufbringen zu müssen.
In Stuttgart springt ihnen die Stadt nun bei. Trotz klammer Kassen und einem scharfen Sparprogramm hat Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) noch Geld für ein Förderprogramm freigemacht. 100.000 Euro stehen jeweils in diesem und dem kommenden Jahr für einen Graffiti-Fonds zugunsten privater Hauseigentümer bereit, die auf eigene Kosten illegale Graffitis entfernen lassen. OB Nopper reklamiert dafür auch Gemeinwohlinteressen: „S aubere und attraktive Straßenräume stärken das Sicherheitsgefühl, die Aufenthaltsqualität und die Lebensqualität in unserer Stadt“, sagt er.
Fachfirma oder Kunstwerk
Wenn sich der Eigentümer einer Fachfirma bedient, um die Schmierereien zu entfernen, oder sie durch einen Künstler übermalen lässt, gibt es bei einer Obergrenze von 3500 Euro 75 Prozent der Kosten aus der Stadtkasse. Die Materialrechnung bis zu 500 Euro übernimmt das Rathaus, wenn ein Eigentümer selbst zum Pinsel greift. Und wer sich mit Rankgewächsen der grafischen Ausdruckswut entgegenstellt, kann für deren Anpflanzung auf 75 Prozent der Kosten bis maximal 1500 Euro hoffen.
Voraussetzung ist aber, dass es vorher eine Anzeige bei der Polizei gegeben hat und die Maßnahmen vor Bewilligung noch nicht gestartet wurden. Wie bei so vielen Förderprogrammen gehört dazu auch das Windhundprinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Außerdem ist nur eine Förderung pro Jahr möglich.
Offensive für mehr Sauberkeit
Das Programm ist Teil einer Offensive für mehr Stadtsauberkeit, für die sich Nopper bereits seit seiner Wahl 2020 stark macht. Im Doppelhaushalt 2026/2027 stehen für jedes Jahr 2,5 Millionen Euro für das saubere Stadtbild zur Verfügung. So sollen mobile Reinigungstrupps für eine saubere Landeshauptstadt sorgen. Eine Graffiti-Reinigung kostet laut Stadt üblicherweise zwischen 150 und 1500 Euro. Größe des Graffitis, Untergrund und Beschaffenheit des Gebäudes seien maßgeblich, etwa, ob die besprühte Wand zu einem denkmalgeschützten Gebäude gehört.