Umweltministerin: „Wir werden uns intensiv mit dem Thema Wasser beschäftigen müssen“

Die Dreisam gehört zu den Flüssen, die bei den heißen Temperaturen trocken gefallen sind.
picture alliance / ROPI / Antonio Pisacreta)Stuttgart. „Derzeit gibt es in Baden-Württemberg keine Engpässe bei der Trinkwasserversorgung“, sagt Umweltministerin Thekla Walker (Grüne). Reduziert ist jedoch die Verfügbarkeit von Wasser für Landwirtschaft und Unternehmen. Denn: Diese benötigen häufig Wasser aus Gewässern etwa für die Kühlung oder für das Bewässern der Felder. Doch aus Bächen, Flüssen und anderen offenen Gewässern kann derzeit häufig kein Wasser mehr entnommen werden oder dies ist nur noch mit Sondergenehmigung möglich, etwa um ein Kraftwerk für die Energieversorgung am Laufen zu halten. Die Landratsämter entscheiden jeweils, wo kein Wasser mehr entnommen werden darf.
Niedrige Pegel und trockene Flüsse
Für Walker zeigt dies, dass es – auch wenn es bei der Trinkwasserversorgung derzeit keine Engpässe gibt – grundsätzlich bei der Verfügbarkeit von Wasser Probleme gibt. Dies müsse Impulse setzen, sorgsamer mit Wasser umzugehen, so die Ministerin. Denn gerade an heißen Tagen, wird mehr Wasser verbraucht als sonst üblich. Flüsse wie Rhein und Donau weisen derzeit Tiefststände auf. Andere Flüsse, wie die Dreisam bei Freiburg sind trocken gefallen.
Betretungsverbote schützen die Gewässer
Auch vereinzelte Betretungsverbote für Seen und Gewässer gibt es bereits. Das ist keine Willkür, sondern hängt mit zu hohen Temperaturen und zu geringem Sauerstoffgehalt in den Gewässern zusammen. Denn dann kann sich ein Milieu im Wasser entwickeln, das für Lebewesen, etwa durch die Bildung von Blaualgen, sehr ungünstig oder auch giftig sein kann.
Masterplan soll Versorgung langfristig sichern
„In Zukunft werden wir uns intensiv mit dem Thema Wasser beschäftigen müssen und dafür sorgen, dass es auch in den kommenden Jahren so zur Verfügung steht wie heute“, sagt Walker. Genau deshalb habe das Land den Masterplan Wasser aufgestellt. Darin ist für jede Kommune berechnet worden, wie sich die Wasserverfügbarkeit in den kommenden Jahren und Jahrzehnten verändern wird. „Da sehen wir eindeutig, dass einzelne Wasserversorger im Land das in zehn oder 15 Jahren nicht mehr gewährleisten können – oder, wenn der Klimawandel schneller voranschreitet, vielleicht auch schon früher“, so die Ministerin. Gemeinsam mit den Wasserversorgern wurde deshalb auch ein Beirat gegründet, der mit dem Land plant, wie auch in Zukunft eine sichere Wasserversorgung bereitgestellt werden kann.
Ministerin schließt Wasserverbote im Südwesten nicht aus | Staatsanzeiger BW