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Digitaler Knoten Stuttgart

Bahn beschafft Batteriespeicher für digitale Stellwerke

Die Bahninfrastrukturgesellschaft DB InfraGO hat einen Batteriespezialisten mit der Lieferung von Energiespeichersystemen für digitale Stellwerke beauftragt. Der Auftrag ist Teil des Digitalen Knotens Stuttgart, mit dem die Bahn die stark belastete Infrastruktur um Stuttgart deutlich leistungsfähiger machen will.
Zug-Signalleuchte auf Schienen, zwei rote Lampen leuchten, Schild mit der Zahl 3.

Digitale Stellwerke gelten als Kernstück der künftigen Bahninfrastruktur. Sie sollen herkömmliche Stellwerkstechnik ersetzen.

DB/Volker Emersleben)

Stuttgart . Mehr Kapazität und weniger Verspätungen auf bestehender Infrastruktur – das will die Deutsche Bahn mit ihrer Digitalisierungsoffensive erreichen. Der Digitale Knoten Stuttgart ist dabei das erste große Projekt der Bahn, bei dem ein kompletter Eisenbahnknoten auf digitale Leit- und Sicherungstechnik umgestellt wird. Die Technik soll Züge präziser steuern, Abläufe automatisieren und die Kapazität des bestehenden Schienennetzes erhöhen.

Jetzt hat die Bahninfrastrukturgesellschaft DB InfraGO den französischen Batteriespezialisten Saft mit der Lieferung von Energiespeichersystemen für digitale Stellwerke beauftragt. Die ersten Anlagen werden bereits in der Region Stuttgart installiert. Die Batterien sollen die Stromversorgung der sicherheitskritischen Signal- und Leittechnik auch bei Stromausfällen gewährleisten. Für DB InfraGO ist die Auswahl eines Batteriesystems ein technischer Baustein bei der Digitalisierung der Bahn.

Wichtiger Baustein für die Digitalisierung der Schiene

I m Raum Stuttgart entsteht derzeit der Digitale Knoten Stuttgart. Mit dem bundesweiten Pilotprojekt will die Bahn erstmals an einem großen Bahnknoten, digitale Stellwerke (DSTW), das Zugsicherungssystem ETCS und weitere digitale Technologien einführen. Von 2027 bis 2029 sollen die ersten beiden Ausbaustufen des Vorhabens fertiggestellt sein. Dann sollen rund 125 Streckenkilometer mit digitalen Stellwerken und ETCS ausgerüstet sein.

Digitale Stellwerke gelten als Kernstück der künftigen Bahninfrastruktur. Sie ersetzen herkömmliche Stellwerkstechnik und steuern Zugbewegungen weitgehend digital. Damit steigt zugleich die Bedeutung einer ausfallsicheren Stromversorgung: Fällt die Energieversorgung aus, müssen Signale und Steuerungssysteme dennoch weiter funktionieren.

Nach Angaben von Saft hat DB InfraGO die Batteriesysteme nach einem Qualifizierungsverfahren ausgewählt, bei dem Sicherheit, Zuverlässigkeit, Leistungsfähigkeit und langfristige Wirtschaftlichkeit geprüft wurden. Die Systeme kommen zunächst an Infrastrukturstandorten im Großraum Stuttgart zum Einsatz, der von Saft als Vorzeigeregion für die Bahnsanierung bezeichnet wird.

Lithium-Eisenphosphat-Technologie setzt sich durch

Zum Einsatz kommen sogenannte Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP). Diese Technologie gilt als besonders sicher und thermisch stabil. Die Franzosen mit Sitz in Paris sind der erste industrielle Anbieter von LFP-Batteriesystemen, der für den Einsatz in den digitalen Stellwerken der Deutschen Bahn qualifiziert wurde. Die Speicher werden nach Unternehmensangaben in Europa gefertigt. Saft verspricht einen wartungsfreien Betrieb sowie eine Lebensdauer von bis zu 20 Jahren.

„Die Auswahl durch DB InfraGO und die Validierung als erster industrieller LFP-Lieferant für digitale Stellwerke markieren einen wichtigen Meilenstein“, sagte Saft-Vertriebsmanager Roland Knobloch.

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