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Online-Hetzjagd auf 44-Jährigen erinnert an den „Drachenlord“

Im Fall des Karlsruhers endete Cybermobbing mit 15 Wohnungsdurchsuchungen.
Thomas Trutschel/photothek.net via www.imago-images.de)Es ist noch gar nicht allzu lange her, dass der „Drachenlord“ in aller Munde war. Ein mittelfränkischer YouTuber, der vor allem als Opfer von ausuferndem Cyber-Mobbing bekannt wurde, das ins reale Leben übergriff und ihn bis in die Obdachlosigkeit trieb.
In Karlsruhe scheint es nun einen ähnlichen Fall gegeben zu haben. Seit Januar 2024 hat die Kriminalpolizei dort nach eigenen Angaben gegen mehrere Internetnutzer ermittelt, die als sogenannte „Hater-Community“ eine koordinierte Hetzkampagne gegen einen 44-jährigen Karlsruher geführt haben sollen.
Verdächtige sind zwischen 22 und 49 Jahre alt
Beim Opfer dürfte es sich um einen Mann handeln, der im Internet unter dem Namen „Johannes F. Sexedy“ auftritt und sich selbst als „Selfmade, Künstler, Satiriker und Entertainer“ bezeichnet. Er veröffentlicht vor allem auf YouTube lange Livestreams und beschäftigt sich laut Polizei in „stark eigenwilliger Form“ und „stark polarisierend“ mit Politik und gesellschaftlichen Themen.
Dass man so im Internet zur Zielscheibe von Spott und Hass werden kann, überrascht wenig. Es wäre aber in mehrfacher Hinsicht falsch, die Hetzkampagne als Dumme-Jungen-Streiche abzutun. Zum einen, weil es sich bei den Verdächtigen nicht um Jugendliche, sondern um Männer im Alter zwischen 22 und 49 Jahren handelt. Zum anderen, weil es eben nicht um harmlose Scherze geht.
Wohnhaus und Familiengräber beschädigt
Im Raum stehen Nötigung und Bedrohung, Diebstahl, Sachbeschädigung und üble Nachrede – und zwar nicht nur im Internet. So sollen die Verdächtigen unter anderem das Wohnhaus des 44-Jährigen und Gräber seiner Familienangehörigen beschädigt haben. Andere Straftaten sollen die Verdächtigen selbst begangen und dafür dessen Identität gestohlen haben.
Der Lohn für diese – mit Verlaub – widerlichen Aktionen: Bei 15 Verdächtigen stand die Polizei in dieser Woche zur Razzia vor der Tür. Richtig so.