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Wird Freiburg Exzellenzuniversität? Was das bedeuten würde

Die Uni Freiburg bewirbt sich mit dem Titel „Sparking Change That Matters“ um den Status als Exzellenzuniversität.
IMAGO/Zoonar.com/HGVorndran)Freiburg. Am späten Nachmittag entscheidet sich, ob die Universität Freiburg ab dem kommenden Jahr den Titel der sogenannten Exzellenzuniversität tragen darf. Doch was hat es damit auf sich?
Wie viele Exzellenzunis gibt es bereits und wie viele kommen dazu?
Zehn Universitäten beziehungsweise Verbünde haben den Exzellenzstatus bereits inne. Baden-Württemberg ist bundesweit aktuell Spitzenreiter mit vier Exzellenzunis. Den Titel tragen die Uni Heidelberg , das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Uni Tübingen und derzeit noch die Uni Konstanz . Im März wurde evaluiert, dass Heidelberg, Tübingen und das KIT ihren Status verteidigen können und diesen bis mindestens 2033 behalten dürfen. Die Uni Konstanz verliert ab 2027 ihren Exzellenzstatus, weil sie die Anforderungen nicht mehr erfüllte.
Nun geht es um bis zu fünf weitere Plätze, die neu vergeben werden. Neben dem der Uni Freiburg wurden zehn weitere Neuanträge eingereicht, heißt es vom Bundeswissenschaftsministerium.
Was beinhaltet der Exzellenzstatus?
Neben dem bundesweiten Prestige bedeutet der Titel nicht nur zusätzliche finanzielle Mittel – sondern auch eine international sichtbare Auszeichnung, die nach Angaben der Uni Freiburg helfen soll, Spitzenforscher anzuziehen und die eigene Position im globalen Wissenschaftswettbewerb zu stärken. Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne) betonte, forschungsstarke Universitäten seien „von zentraler Bedeutung für unsere Gesellschaft“, um Antworten auf die großen Fragen der Zeit zu finden.
Lesen Sie auch: Interview mit Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne)
Wie viel Geld die neuen Exzellenzstandorte bekommen, wird nach Angabe des Ministeriums ebenfalls von der Kommission entschieden. In der aktuellen Förderphase erhielt jede beteiligte Uni demnach rund zwölf Millionen Euro pro Jahr.
Wie bewarb sich die Uni Freiburg?
Freiburg ist als einzige Uni im Südwesten mit einem Neuantrag für die Förderlinie beteiligt. Grundlage der Bewerbung mit dem Titel „Sparking Change That Matters“ waren zwei disziplinübergreifende Forschungsprojekte, sogenannte Exzellenzcluster: Zum einen das „CIBSS – Centre for Integrative Biological Signalling Studies“, das erforscht, wie Zellen über biologische Signale kommunizieren, um daraus etwa neue Ansätze gegen Infektionskrankheiten und Krebs zu entwickeln. Zum anderen „Future Forests“, das sich mit der Anpassung von Wäldern an den Klimawandel befasst.
Hochschulen, die erfolgreich zwei oder mehr solcher Projekte auf den Weg gebracht haben, können sich um den Status als Exzellenzuniversität bewerben. 2007 wurde die Uni Freiburg im Rahmen der Initiative bereits als Elite-Uni gefördert. Sie verlor diesen Status 2012 wieder und konnte ihn 2019 nicht zurückgewinnen.
Wer entscheidet?
Über die Exzellenzförderung entscheidet die sogenannte Exzellenzkommission. Diese besteht zum einen aus einem Expertenkomitee mit 39 Vertreterinnen und Vertretern aus der Wissenschaft. Zum anderen sind die Wissenschaftsminister von Bund und Ländern Mitglieder des Gremiums. Den Vorsitz haben die Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, jedoch ohne Stimmrecht.
Ab wann gilt der Status – und wie lang?
Die Förderung der ausgewählten Exzellenzstandorte beginnt zum 1. Januar 2027. Die Exzellenzuniversitäten beziehungsweise -verbünde werden laut Bundeswissenschaftsministerium dauerhaft gefördert. Jedoch müssen sie sich alle sieben Jahre einer wissenschaftlichen Evaluation stellen. (dpa/lsw)