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Kommunalforum des Sparkassenverbandes

Einblick in Kommunen im Dauerzustand der Transformation

Die Weltpolitik endet nicht am Ortsschild. Handelskonflikte belasten den Standort, Kriege verteuern Energie, der demografische Wandel leert Verwaltungen. Beim Kommunalforum der Sparkassen-Finanzgruppe Baden-Württemberg wurde deutlich: Städte und Gemeinden müssen zunehmend Folgen bewältigen, deren Ursachen sie kaum beeinflussen können.
Drei Männer in Anzügen auf Bühne, Text im Hintergrund: "Bereit für die Zukunft?"

Volles Haus in Baden-Baden: Moderator Andreas Franik, der Oberbürgermeister Thomas Jung und Sparkassenpräsident Matthias Neth.

Sparkassenverband)

Baden-Baden. Unter dem Leitmotiv „Transformation jetzt“ diskutierten Vertreter aus Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft über die Handlungsfähigkeit des Staates vor Ort. Sparkassenpräsident Matthias Neth beschrieb ineinandergreifende Aufgaben: Kommunen müssten investieren, ihre Energieversorgung umbauen, Fachkräfte gewinnen und „in einer immer komplexeren Welt Orientierung geben“. Sein Schluss: „Die großen Zukunftsaufgaben können wir nur gemeinsam bewältigen.“

Transformation ist kein Zusatzprojekt mehr, sondern Dauerzustand – während Geld, Personal und gesellschaftliche Geduld schwinden. Zusammenarbeit wird vom politischen Appell zur Bedingung kommunaler Selbstverwaltung.

LBBW-Chefvolkswirt: Kommunen spüren den Druck

Wie stark der Druck von außen wächst, erläuterte LBBW-Chefvolkswirt Moritz Kraemer. Deutschland habe von der Globalisierung besonders profitiert und sei deshalb von deren Rückabwicklung überproportional betroffen. In den USA setze sich Protektionismus fest, China sei „vom Kunden zum Konkurrenten“ geworden. Das treffe Baden-Württemberg besonders hart. Die Stärke der Forschung müsse nun auf Zukunftstechnologien ausgerichtet werden.

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Was sich bei Zöllen, Lieferketten oder Sicherheitsfragen entscheidet, schlägt am Ende in kommunalen Haushalten und Betrieben auf. Die Politikwissenschaftlerin Gerlinde Groitl fand dafür ein drastisches Bild: Die Kommunen befänden sich „in einem Hamsterrad, dessen Geschwindigkeit von außen immer weiter erhöht wird – und ihre Kräfte schwinden“. Weil die Probleme lokal wirkten, ihre Ursachen aber außerhalb kommunaler Reichweite lägen, brauche es Entlastung und Anpassung. „Starke Kommunen sind das Rückgrat unseres Landes“, sagte Groitl.

Personalnot trotz Künstlicher Intelligenz

Besonders greifbar wird der Wandel beim Personal. Jutta Rump von der Hochschule Ludwigshafen warnte vor der Hoffnung, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz könnten den demografischen Personalmangel automatisch ausgleichen. „Aufgaben, Kompetenzen und Zeitpunkte müssen zusammenpassen.“ Nötig seien strategische Personalplanung, Qualifizierung und Wissenstransfer.

Susanne Nusser vom Städtetag betonte die Chancen. Beschäftigte könnten Digitalisierung, Energiewende und Klimaanpassung unmittelbar mitgestalten. „Hier gilt: nicht nur verwalten, sondern gestalten.“ Darin liege ein Vorteil im Wettbewerb um Fachkräfte. Das Versprechen trägt allerdings nur, wenn Beschäftigte nicht dauerhaft Mangel organisieren, sondern tatsächlich Veränderungen bewirken können.

Badenova: Klare Rahmenbedingungen

Am Beispiel der Energieversorgung zeigte Badenova-Chef Hans-Martin Hellebrand, wie eng Infrastruktur und wirtschaftliche Stärke verbunden sind. Die Energiewende schaffe Innovationen und Investitionen. Dafür brauche es „verlässliche Rahmenbedingungen, klare Perspektiven und passende Finanzierungsinstrumente“. Die Sparkassen-Finanzgruppe wolle die Investitionen begleiten, sagte Neth. Finanzierung allein genügt jedoch nicht: Ebenso nötig sind Planungssicherheit, schnelle Verfahren und politische Prioritäten.

Wie die Medien den Wandel angehen

Dass sich Wandel nicht verordnen lässt, machte Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen deutlich. „Früher war Information knapp; heute ist Aufmerksamkeit knapp“, sagte er. Jeder könne zum Sender werden, doch es werde schwerer, Gehör zu finden. Für Rathäuser wird Kommunikation damit Teil staatlicher Leistungsfähigkeit: Wer komplexe Abwägungen nicht verständlich macht, riskiert Widerstand, noch bevor Lösungen wirken.

So verband das Forum unterschiedliche Krisen zu einer Diagnose: Kommunen sind der Ort, an dem abstrakte Umbrüche konkret werden. Das beschworene „gemeinsam“ verlangt mehr als Gesprächsbereitschaft – nämlich eine belastbare Verteilung von Geld, Verantwortung und Risiken zwischen Staat, Wirtschaft und Finanzwelt.

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