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Schwarzbuch, Schweiß und schlaue Ratschläge

Schwarzbuch liegt auf Euroscheinen Symbolbild zum Thema Steuergeldverschwendung *** Black book lies on euro bills symbol image on the subject of wasting taxpayers money
IMAGO)Der Bund der Steuerzahler ist eine Organisation, die bei vielen Bürgern hohes Ansehen genießt und bei etlichen Kommunen hohe Ablehnung generiert. Steuerzahlern und Beamten treibt es beim Blättern im neuen Schwarzbuch der Lobbyorganisation den Schweiß auf die Stirn, den einen aus Wut, den anderen aus Angst, denn ruhmreich ist die Aufnahme in die Liste der Steuerverschwendung nun keineswegs.
Und so nehmen es die geziehenen Kommunen auch nicht klaglos hin, dass sie an den Pranger gestellt werden. Stuttgart etwa widerspricht dem Vorwurf, mit einem fest verbauten Sonnenschirm nix erreicht zu haben außer Kosten. Dieser wurde in einem Stadtbezirk von der Mitte des Marktplatzes auf Beschickerwunsch hin in die Nähe einer Platane umgesetzt. Dass der Baum auch Schatten spendet – na ja: Der Schirm biete trotzdem messbaren Hitzeschutz, so die Landeshauptstadt. Oder anders formuliert: hoher Preis, kein Schweiß.
Gegenrede aus dem Kreis Böblingen
Auch der Kreis Böblingen fühlt sich zu Unrecht angeprangert. Dort wurde die „Aidlinger Kehle“, ein giftig steiler Buckel für Pedalisten, durch einen Radweg entschärft. Weil für die 370 Meter lange Trasse ein Hang abgetragen und aufwendig gesichert werden musste, erreichten die Kosten des Vorhabens fast die Millionengrenze. Steuerverschwendung sei das, wo es doch immer mehr E-Bikes gebe, mit denen die Steigung locker zu nehmen sei. Und zur Not könne man auch mal schieben, rät der Steuerzahlerbund.
Die Lobbyorganisation macht damit ihrem Ruf alle Ehre, keine Anstrengung im endlosen Kampf gegen die Steuerverschwendung zu scheuen. Wichtig allerdings ist, wer sich im konkreten Fall anstrengen soll. Die Radfahrer bei Aidlingen hätten sich für den sparsamen Staat abstrampeln sollen und nicht die Steuerwächter im fernen Berlin.