Themen des Artikels

Um Themen abonnieren und Artikel speichern zu können, benötigen Sie ein Staatsanzeiger-Abonnement.Meine Account-Präferenzen

Umfrage des Lehrerverbands

Lehrkräfte gehen gerne zur Arbeit – doch ihre Sorgen wachsen 

Zu große Klassen, ein Berg an Aufgaben - das belastet Lehrkräfte. Besonders kritisch sehen sie, wie politische Entscheidungen zustande kommen. Dabei gehen die meisten eigentlich gerne zur Arbeit.
Mann spricht vor einer Gruppe von Personen, Text auf Bildschirm im Hintergrund.

Eine aktuelle Umfrage zeigt: Die meisten Lehrkräfte in Baden-Württemberg gehen gerne zur Arbeit. Gleichzeitig sorgt sich rund ein Drittel, den beruflichen Anforderungen auf Dauer nicht mehr gewachsen zu sein.

dpa/Bernd Weißbrod)

Stuttgart. Die meisten Lehrerinnen und Lehrer im Südwesten gehen gerne zur Arbeit. Doch die Bedingungen im Schulalltag machen vielen zunehmend zu schaffen: Ein Drittel der Lehrkräfte hat große oder sehr große Sorge, den beruflichen Anforderungen irgendwann nicht mehr gewachsen zu sein. Das geht aus einer den Angaben nach repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) hervor.

61 Prozent der Befragten würden jungen Menschen empfehlen, den Lehrerberuf zu ergreifen, 32 Prozent würden eher davon abraten. Gleichzeitig gehen 88 Prozent gerne oder sehr gerne zur Arbeit. Für die Untersuchung wurden laut VBE 505 Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen in Baden-Württemberg befragt.

Gute Beziehungen, schlechte Aussichten

Die Zufriedenheit mit dem unmittelbaren Arbeitsumfeld ist demnach groß: Fast alle (97 Prozent) bewerten das Verhältnis zu ihren Schülerinnen und Schülern positiv, 93 Prozent sagen das über das Arbeitsklima im Kollegium. Die allgemeinen Rahmenbedingungen sehen die Lehrkräfte dagegen deutlich kritischer: 79 Prozent sind der Ansicht, dass sie sich in den vergangenen Jahren verschlechtert haben. 64 Prozent erwarten eine weitere Verschlechterung.

„Die Motivation der Lehrkräfte ist keine unerschöpfliche Ressource“, warnt VBE-Landeschef Gerhard Brand. Es brauche bessere Bedingungen, damit Lehrkräfte ihre Arbeit langfristig gut machen könnten.

Kritik an Politik und Zusatzaufgaben

Als größte Belastung empfinden die Befragten, dass die Politik bei ihren Entscheidungen den tatsächlichen Schulalltag nicht ausreichend im Blick habe. 90 Prozent sehen darin eine Belastung. 74 Prozent kritisieren, dass Aufgaben außerhalb des Unterrichts nicht ausreichend als Arbeitszeit angerechnet werden. Auch zu große Klassen (68 Prozent) und fehlende Unterstützung im Umgang mit schwierigen Schülerinnen und Schülern (67 Prozent) belasten viele.

„Wer über Schule entscheidet, muss die Bedingungen kennen, unter denen Lehrkräfte arbeiten, und ihre Erfahrungen ernst nehmen“, sagt Brand. Der Verband fordert unter anderem mehr Personal, multiprofessionelle Unterstützung und eine spürbare Entlastung im Schulalltag.

Die Befragung wurde im Auftrag des VBE vom 28. September bis 11. Oktober 2026 vom Sozialforschungsinstitut forsa durchgeführt. (dpa/lsw)

Lesen Sie dazu auch: Beamtenbund: Vertrauen in den Staat ist weiter im Sinkflug

Nutzen Sie die Vorteile unseres

Premium-Abos. Lesen Sie alle Artikel aus Print und Online für

0 € 4 Wochen / danach 219 € jährlich Nachrichten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung in Baden-Württemberg Jetzt abonnieren

Lesen Sie auch