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Studie

Lehrkräfte haben Bedarf an Aufklärung und Weiterbildung

Das Deutsche Schulbarometer verdeutlicht, welche Themen Lehrkräfte aktuell besonders fordern. Ganz oben auf der Liste stehen das Sozialverhalten der Schüler, die Demokratiebildung und die Integration von Künstlicher Intelligenz in den Schulalltag.
Ein Stapel blaue Ordner auf einem Tisch neben einem orangefarbenen Mäppchen.

Die Befragung unter Lehrkräften folgt auf die im März veröffentlichte Ausgabe, in der Schüler zu Wort kamen.

IMAGO/Zoonar.com/Alfred Hofer)

Stuttgart. Das diesjährige Schulbarometer der Robert-Bosch-Stiftung identifiziert bei Lehrkräften aller Schulformen vor allem drei zentrale Herausforderungen. Für nahezu die Hälfte der Befragten stellt der Umgang mit dem Verhalten der Schüler die größte Schwierigkeit dar. Der Anteil der Lehrkräfte, die das als Problem benennen, ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen.

Helmut Klemm, Schulleiter in Erlangen, verweist darauf, dass in jeder Klasse rund 25 Individuen zusammenkommen: „Wir brauchen Zeit, um mit den jungen Menschen in Beziehung zu treten.“

Schulen brauchen mehr Fachpersonal

Der Studie zufolge sind sich viele Lehrkräfte darüber im Klaren, dass Schule heute mehr leisten muss als reine Wissensvermittlung. Stattdessen gewinnen Kompetenzen wie kritisches Denken, Empathie und soziale Fähigkeiten zunehmend an Bedeutung. 82 Prozent der Befragten wünschen sich deshalb entsprechende Fortbildungen. Im Lehramtsstudium würden diese Inhalte bislang jedoch häufig zu kurz kommen: „Lehrkräfte haben zunehmend kein Werkzeug, um mit Klassen und Gruppen zu arbeiten“, sagt Klemm.

An seiner Schule hat die Mehrheit der Schüler einen Migrationshintergrund, viele stammen zudem aus sozial benachteiligten Familien. Wegen Erfahrungen, die Schüler zum Beispiel während der Corona-Pandemie gemacht haben und wegen des Einflusses sozialer Medien komme der Schule auch eine erzieherische Rolle zu, da solche Faktoren auffälliges Verhalten begünstigen können.

Die zweite Herausforderung, die in der Studie genannt wird, ist die Demokratiebildung an Schulen. Fast die Hälfte der befragten Lehrkräfte sieht in diesem Bereich Handlungsbedarf. Häufig fehle es bislang sowohl an ausreichend Fachwissen im Kollegium als auch an den zeitlichen Ressourcen, um das Thema angemessen zu behandeln. Zudem herrscht bei vielen Lehrkräften Unsicherheit darüber, wie sie mit politischen Themen im Unterricht umgehen sollen.

Katharina Thoren, Bildungsexpertin der Robert-Bosch-Stiftung, verweist auf den bestehenden Aufklärungsbedarf unter Lehrkräften: „Lehrer müssen wissen, was sie dürfen.“ Es sei daher wichtig, deutlich zu machen, dass das Neutralitätsgebot Lehrkräfte nicht – wie häufig fälschlicherweise angenommen – daran hindere, ihre politische Haltung zu äußern. Vielmehr seien sie dazu angehalten, sich für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einzusetzen.

Immer mehr Lehrkräfte nutzen regelmäßig KI

Die dritte große Herausforderung stellt das Thema Künstliche Intelligenz (KI) dar. Die Zahl der Lehrkräfte, die KI mehrmals pro Woche nutzen, hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Inzwischen greift bereits jede vierte Lehrkraft regelmäßig auf entsprechende Anwendungen zurück. Mehr als die Hälfte der Befragten fühlt sich dabei sicher im Umgang mit KI.

Gleichzeitig äußert ebenfalls mehr als die Hälfte den Wunsch nach weiteren Fortbildungen in diesem Bereich. Besonders häufig wird KI derzeit als digitale Unterstützung bei der Erstellung von Aufgaben sowie bei der Unterrichtsplanung eingesetzt.

Insgesamt zeigt die Studie, dass die berufliche Zufriedenheit unter Lehrkräften hoch ist: 82 Prozent gaben an, mit ihrem Beruf zufrieden zu sein. Demgegenüber steht jedoch, dass 28 Prozent erklärten, den Lehrerberuf aufzugeben, wenn sich ihnen eine geeignete berufliche Alternative bieten würde.

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