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Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt

Was Arbeitgeber tun können, um ihre Bediensteten vor Gewalt zu schützen, zeigt unter anderem das Landratsamt Rastatt. Dieses wurde für ein Präventionsprojekt ausgezeichnet.

Preisverleihung in Stuttgart: Markus Higel von der Unfallkasse, Sarah Hoppe und Iris 
Mezger vom Landratsamt Rastatt sowie Landesinnenminister Thomas Strobl.

landratsamt Rastatt/sebastian weindel)

Rastatt. Die Unfallkasse Baden-Württemberg (UKBW) hat insgesamt drei gelungene Arbeitsschutz-Konzepte aus der Praxis ausgezeichnet. So wurde unter anderem das Landratsamt Rastatt für sein Konzept „Null Toleranz bei Gewalt“ als Best-Practice-Projekt gewählt und erhielt dafür 10 000 Euro. Mit seinem Konzept, so die UKBW, fokussiere das Landratsamt Rastatt eine nachhaltige und ganzheitliche Gewaltprävention.

Alles begann mit einem Konzept zur Gefährdungsbeurteilung

Immer wieder sehen sich Beschäftigte im Öffentlichen Dienst Gewaltsituationen ausgesetzt. Doch was können Arbeitgeber tun, um ihre Bediensteten zu schützen? „Wir haben vor vielen Jahren in Rastatt angefangen mit einem Konzept der Gefährdungsbeurteilung, das ist ein zentrales Element im Arbeitsschutz“, sagt Sarah Hoppe Amt für Personal, Organisation und Digitalisierung im Landratsamt Rastatt.

„Unser Ansatz war und ist es, dass alle Mitarbeiter bei diesem Thema involviert sind“, betont Hoppe. Schließlich habe es in der Vergangenheit schon mehrere Alarmierungssituationen gegeben, unter anderem beim Jugend- und Sozialamt und im Bereich Ausländerwesen. Als dann im vergangenen Sommer ein mit einem Messer bewaffneter Mann ins Landratsamt eindringen wollte, habe man schnell handeln und die Türen verriegeln können, erzählt Hoppe.

Andererseits rückte aufgrund dieses Vorfalls das Thema Gewaltprävention wieder verstärkt in den Fokus. „Mittlerweile gibt es bei uns einen Sicherheitsdienst, der tagsüber im Haus ist, zwar nicht kontrolliert, aber doch auch mal bei den hereinkommenden Menschen nachfragt, ob sie überhaupt einen Termin hätten“, sagt Hoppe.

Außerdem hätten die Mitarbeiter inzwischen ein ganz besonderes Alarmierungssystem, um im Notfall auf sich aufmerksam machen zu können: Droht eine Gewaltgefahr, können die Mitarbeiter am eigenen Rechner per Mausklick und Telefon einen Alarm auslösen. Dieser wird zwar nicht im eigenen Raum gehört, aber in allen anderen Räumen, so dass schnell Hilfe durch Kollegen und Kolleginnen erfolgen kann.

Auch der Eingangsbereich soll beim Landratsamt noch umgestaltet werden, schließlich beeinflussen auch „Gebäude und deren räumliche Ausgestaltung die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten maßgeblich“, schreibt die Unfallkasse.

Best-Practice-Beispiele, wie Gewaltprävention gelingt

„Mit unserem UKBW-Preis zeichnen wir gelungene Konzepte zur Gewaltprävention aus und möchten mit Best-Practice-Beispielen zeigen, wie Gewaltprävention in der Praxis gelingt. Im Mittelpunkt stehen Mitgliedsbetriebe, die mit ihren Umsetzungen Beispiele geben, die zur Nachahmung anregen“, heißt es bei der UKBW weiter. Außer dem Landratsamt Rastatt wurde auch die Stadt Stuttgart und das Landratsamt Ravensburg ausgezeichnet, deren Konzepte wir in Kürze vorstellen. (rik)

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