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Arbeitswelt

Welche Herausforderungen haben Führungskräfte in diesem Jahr?

2026 stellt Personalverantwortliche und Führungskräfte vor eine Vielzahl an Herausforderungen. Dazu zählen Fachkräftemangel, technologische Umbrüche und veränderten Mitarbeitererwartungen. Dies bestätigen auch die Behörden im Land.
Frau jongliert mit Büroartikeln, Baby, Bügeln, Laptop, Notizbuch und Kaffeetasse.

Führungskräfte und Personalverantwortliche müssen technologisch kompetent sein und zugleich strategisch entscheiden.

IMAGO/Depositphotos/YAY Images/Pond5 Images/Dreamstime, Montage: Herrgoß)

Stuttgart/Karlsruhe. Die Arbeitswelt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel und die Personalabteilungen und Führungskräfte müssen dabei oft gleichzeitig an verschiedenen Hebeln ansetzen, reagieren und gestalten. Schließlich sorgt der demografische Wandel bei vielen Behörden für spürbare Personalabgänge.

„Erfahrungswissen scheidet altersbedingt aus und muss durch neue Nachwuchskräfte aufgebaut werden“, sagt Sprecherin Vanessa Strauch von der Oberfinanzdirektion in Karlsruhe.

„Wir haben daher bereits frühzeitig unsere Bemühungen in der Nachwuchsgewinnung deutlich verstärkt, beispielsweise mit Recruitingmaßnahmen über Social Media – mit positivem Ergebnis: Wir haben sowohl zahlenmäßig mehr Bewerbungen erhalten, konnten aber auch unsere Ausbildungsplätze beinahe vollständig mit geeigneten Auszubildenden belegen“, betont Strauch.

Besonderheiten des öffentlichen Sektors

Die Herausforderungen für Behörden sind „zeitliche Aspekte, Ressourcen- und Personalausstattung, rechtliche Rahmenbedingungen und Besonderheiten des öffentlichen Sektors“, sagt Sprecher Marvin Zubak von der Stuttgarter Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA).

„Der öffentliche Dienst steht in einem intensiven Wettbewerb mit der Privatwirtschaft um qualifizierte Mitarbeitende. Umso wichtiger ist es, attraktive Arbeitsbedingungen zu bieten und kontinuierlich weiterzuentwickeln“, sagt Andrea Panitz, Sprecherin beim Regierungspräsidium Stuttgart. Dazu gehörten unter anderem flexible Arbeitsmodelle, mobiles Arbeiten oder Angebote im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. „Darüber hinaus kommt der Führungskultur eine entscheidende Rolle zu. Eine moderne Führung, die individuelle Stärken fördert, ist ein wesentlicher Faktor für Motivation und Bindung“, so Panitz.

„Gleichzeitig muss es uns gelingen, Sinnstiftung, Gemeinwohlorientierung und Bürgerservice als zentrale Stärke und Aufgabe des öffentlichen Dienstes klar zu kommunizieren und mit modernen Arbeitsbedingungen zu verbinden“, erläutert Vanessa Strauch von der Oberfinanzdirektion. Steigende Anforderungen sieht sie auch bei digitalen Kompetenzen. KI und weitere automatisierte Entscheidungshilfen müssten so in den Berufsalltag integriert werden, dass sie die Beschäftigten entlasten, ohne die rechtliche Sicherheit zu gefährden. „Es gilt hier eine Lernkultur zu etablieren, in der Mitarbeitende KI als Werkzeug verstehen und kompetent damit umgehen können“, betont die OFD-Sprecherin.

Die Führungskräfte sind doppelt gefordert

Führungskräfte „müssen selbst diese Kompetenzen mitbringen und gleichzeitig die notwendigen Veränderungsprozesse aktiv gestalten und umsetzen“, sagt Strauch. Zudem müsse bei der Arbeitssteuerung entschieden werden, welche Prozesse vereinfacht werden können, „um die verbleibende menschliche Expertise dort einzusetzen, wo das entsprechende Fachwissen, Ermessen und Empathie unverzichtbar sind.“

Eine weitere Herausforderung für Führungskräfte ist laut Strauch auch die Führung von hybriden Teams, die mittlerweile fester Bestandteil des Arbeitsalltages sind. „Während nach unseren Erfahrungswerten Homeoffice bevorzugt für konzentrierte, komplexe Arbeiten genutzt wird, müssen die Führungskräfte darauf achten, dass der soziale Austausch und die Teamzugehörigkeit nicht zu kurz kommen“.

„Insgesamt geht es 2026 darum, technologische Innovation, organisatorische Weiterentwicklung und eine starke Führungskultur wirkungsvoll miteinander zu verbinden“, sagt Mai-Kim Lâm, Sprecherin im Landkreis Lörrach. Gleichzeitig bleibe die Gewinnung und Bindung qualifizierter Fachkräfte eine zentrale Aufgabe. „Erschwerend kommen die spürbar engeren finanziellen Rahmenbedingungen hinzu“, betont Lâm.

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