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Reihe "Staat neu denken"

Die Ausländerbehörde in Heilbronn testet KI

Das Landratsamt Heilbronn ist Pilotkommune für den Einsatz Künstlicher Intelligenz bei der Bearbeitung aufenthaltsrechtlicher Anträge. Die Software soll Mitarbeitende entlasten und Verwaltungsabläufe effizienter gestalten. Die Verantwortung für Entscheidungen bleibt weiterhin beim Menschen.
Schild mit der Aufschrift "Ausländerbehörde" vor unscharfem Gebäudehintergrund.

Eine Software soll Routinearbeiten in der Ausländerbehörde übernehmen.

dpa/CHROMORANGE/Michael Bihlmayer)

Heilbronn/Berlin. Der Landkreis Heilbronn testet seit Oktober den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Die Ausländerbehörde und der Bereich Digitalisierung des Landratsamts erproben, wie KI-Software die Mitarbeiter bei der Bearbeitung aufenthaltsrechtlicher Anträge unterstützen kann. Das teilt das Landratsamt mit. Der Kreis Heilbronn ist eine von bundesweit 38 Kommunen, die KI beim Pilotprogramm „Agentic AI Hub“ bis Mitte Dezember testen. Das Programm wird vom Bundesdigitalministerium finanziert. Um die Teilnahme hatten sich insgesamt knapp 400 Unternehmen und Kommunen beworben, so die Behörde weiter. 

„Geben aufenthaltsrechtliche Entscheidungen nicht an eine Software ab“

Das Landratsamt in Heilbronn realisiert das Projekt gemeinsam mit dem auf KI-Software für Ausländerbehörden spezialisierten Technologieunternehmen Lexaru. „Die Software wertet eingereichte Dokumente aus, übernimmt wiederkehrende Arbeitsschritte und entlastet so die Sachbearbeitung“, erläutert Stefan Gerhart, KI-Manager und stellvertretender Leiter des Sachgebiets Digitalisierung im Landratsamt. „Ziel ist es, dass die KI die Mitarbeitenden der Ausländerbehörde von Routinearbeiten entlastet und somit mehr Zeit für die eigentliche Fallbearbeitung frei wird.“

Katharina Fischer, Leiterin des Amts für Migration und Integration, betont, dass eine fachliche Entscheidung auch weiterhin von einem Menschen getroffen wird. „Wir geben aufenthaltsrechtliche Entscheidungen nicht an eine Software ab, vielmehr liegt auch künftig die Verantwortung für die Qualität unserer Entscheidungen ausschließlich bei der Sachgebietsleitung und in der Folge bei der Amtsleitung“, so Fischer.

Postbot „KAI“ wurde beim Staatsanzeiger Award ausgezeichnet

Das Landratsamt Heilbronn versteht Digitalisierung als strategische Investition in die Zukunftsfähigkeit der Verwaltung, die Lebensqualität der Bürger sowie die Wettbewerbsfähigkeit des Landkreises. Neben der E-Akte als digitalem Rückgrat umfasst die Digitalisierungsstrategie weitere Bausteine. Dazu zählen nach Angaben der Behörde das Serviceportal mit dem Chatbot „HaNi“, der hausintern entwickelte Postbot „KAI“, der im März 2026 mit dem zweiten Platz beim Staatsanzeiger Award ausgezeichnet wurde , sowie die bereits 2023 eingeführte digitale Kfz-Zulassung. Ergänzt wird das Angebot durch das „Virtuelle Amt“, über das Bürger mit dem Pflegestützpunkt in Kontakt treten und Dokumente direkt digital ausfüllen können.

Weitere Teile der Serie „Staat neu denken“ finden Sie hier.

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