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Opernsanierung

Ex-Ministerpräsident Oettinger soll die Expertenanhörung zur Opernsanierung leiten

Dem "So nicht" der CDU-Landtagsfraktion bei der Opernsanierung setzen der Grünen-Ministerpräsident Cem Özdemir und Stuttgarts CDU-Oberbürgermeister Frank Nopper nicht nur eine Expertenanhörung entgegen, sie garnieren das Ganze mit einem höchst prominenten Namen. 
Älterer Mann im Anzug spricht mit erhobenen Händen vor blauem Hintergrund.

Der ehemalige Ministerpräsident Baden-Württembergs soll den Zwist zwischen den Stuttgarter Koalitionären um die Sanierung der Oper beschwichtigen.

IMAGO/IMAGO)

Stuttgart. Wie soll die Oper in Stuttgart saniert werden? In dieser Frage sind Grüne und Christdemokraten im Landtag so ineinander verhakt, dass nun ein prominenter Schlichter gefragt ist. Der ehemalige Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) soll die Expertenkommission leiten, die über die unterschiedlichen Wege der Opernsanierung beratschlagen soll. Das hat Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) vorgeschlagen und stieß damit bei Stuttgarts OB Frank Nopper (CDU) auf Zustimmung.

Der ehemalige Ministerpräsident habe bewiesen, dass er hochkomplizierte Themen angehen könne, lobt Özdemir seinen Vorgänger. Auch Nopper ist sehr zufrieden mit der Wahl. Eine Idealbesetzung sei Oettinger, ein intimer Kenner des Dreispartenhauses sowie ein wirtschaftlich denkender und kulturaffiner Mensch. Oettinger gilt als Vordenker von schwarz-grünen – oder wie in Baden-Württemberg grün-schwarzen – Bündnissen auf Landesebene und war zwischen 2005 und 2010 Hausherr im Staatsministerium.

Landtagsunion lehnt Interim ab

Zuvor hatte die Union in einem Positionspapier die Sanierungslösung mit einem Interim abgelehnt. Dieses sollte vor der Sommerpause beschlossen werden und ab 2033 am Rande des S-21-Gebiets in Stuttgart Schauplatz der Opern- und Ballettaufführungen sein, während der historische Littmann-Bau, so wird die Oper nach ihrem Architekten genannt, saniert sowie angrenzende Nebengebäude in der Innenstadt neu errichtet werden.

Angesichts der Finanzkrise von Land und Kommunen lehnt die CDU-Landtagsfraktion das Interimsgebäude ab. Dieses soll nach den Vorschlägen des grün-geführten Kunstministeriums nicht mehr als 289 Millionen Euro kosten. Bei einer Nutzungsdauer von etwa zehn Jahren sei das aber nicht tragfähig, so die Unionsfraktion in einem Positionspapier. Entsprechende Verpflichtungsermächtigungen im Haushalt werde es mit der CDU so nicht geben.

Stattdessen fordern die Christdemokraten eine ergebnisoffene Betrachtung aller Varianten durch die Expertenkommission – bis hin zum Neubau der Oper, der dann auch das Interim überflüssig mache. Ein Neubau dürfte allerdings nicht vor 2050 fertig sein, so die Schätzung von Experten.

Politisierte Diskussion um die Kosten

Der grüne Fraktionspartner zeigt sich positiv überrascht. Der kulturpolitische Sprecher Erwin Köhler begrüßt die Personalie Oettinger, damit werde die zuletzt sehr stark politisierte Diskussion um die Sanierung wieder zurück auf die Sachebene gezogen, die mit der Arbeit der Projektgesellschaft ProWST eng verknüpft ist. Köhler plädiert weiterhin für das Interim , würde sich aber von einem anderslautenden Votum der Expertenrunde überzeugen lassen.

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