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Residenzbahn zwischen Karlsruhe und Stuttgart

Land und Bahn streiten um die Residenzbahn

Obwohl der Bund für die Bahnstrecke Karlsruhe-Stuttgart zuständig ist, hat das Land Baden-Württemberg Millionen in deren Ausbau gesteckt. Die Bahn sieht derweil kaum Handlungsbedarf, um die Strecke widerstandsfähiger gegen Störungen zu machen.
Bahnsteig mit Zügen in Karlsruhe Hbf, Personen gehen entlang des Gleises.

Das Land hat rund 8,5 Millionen Euro in die Residenzbahn zwischen Karlsruhe und Stuttgart investiert. Aus Sicht der Landesregierung besteht weiter Handlungsbedarf bei der Infrastruktur.

IMAGO/Arnulf Hettrich)

Stuttgart. Das Land Baden-Württemberg hat in den vergangenen Jahren freiwillig rund 8,5 Millionen Euro in die Modernisierung der Residenzbahn zwischen Karlsruhe und Stuttgart investiert. Das Land springt ein, weil die zuständige Deutsche Bahn AG (DB) notwendige Finanzierungen nicht bereitgestellt habe, obwohl die Strecke in der alleinigen Verantwortung des Bundes liege, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion.

Für die Bahn ist die Strecke „beanstandungsfrei“

Die DB bewertet den Zustand der Infrastruktur demnach als „beanstandungsfrei“. Als einziges signifikantes Problem nannte das Unternehmen eine seit über zehn Jahren bestehende Langsamfahrstelle am Bahnübergang in Kleinsteinbach (Kreis Karlsruhe), die zu Fahrzeitverlusten von knapp einer Minute führt. Das Land habe sich wiederholt für deren Beseitigung eingesetzt.

Aus Sicht der Bahn besteht kein konkreter Handlungsbedarf, um die Strecke widerstandsfähiger gegen Störungen oder Extremwetter zu machen. Das Unternehmen verweist auf genügend Umleitungsmöglichkeiten. Die Landesregierung teilt diese Einschätzung nicht und bedauert, dass die DB keine Pläne für zusätzliche Alternativverbindungen auf langen Streckenabschnitten hat, um bei Störungen flexibler reagieren zu können.

Baumaßnahmen sollen ab dem Jahr 2029 beginnen

Unabhängig davon plant die DB ab 2029 umfangreiche Baumaßnahmen auf der Strecke. So sollen die Bahnhöfe Wilferdingen-Singen und Pforzheim für 740 Meter lange Güterzüge ausgebaut werden. In Mühlacker und Vaihingen (Enz) werden die alten Stellwerke durch moderne elektronische Technik ersetzt.

Die Residenzbahn ist eine zentrale Schienenachse, die die Wirtschaftsstandorte Karlsruhe, Pforzheim und Stuttgart verbindet. Wegen Bauarbeiten ist im kommenden Oktober eine mehrtägige Vollsperrung zwischen Pforzheim und Mühlacker vorgesehen.

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