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Gesundheitswesen

Projekt soll Gesundheitssystem verständlicher machen

Sieben Landkreise und kreisfreie Städte arbeiten an einer besseren Patientenorientierung über die Kommunalgrenzen hinweg. Sie möchten, dass Menschen sich besser im Gesundheitswesen zurechtfinden. 
Drei Personen sitzen an einem Tisch, eine Person hält ein Tablet.

Hausarztpraxis oder Notaufnahme: Viele Menschen sind sich unsicher, an wen sie sich im Krankheitsfall wenden sollen.

dpa/imageBROKER)

Stuttgart. Viele Menschen in Baden-Württemberg wissen nicht, an wen sie sich im Krankheitsfall wenden sollen. Ein neues Projekt von sieben Stadt- und Landkreisen soll das ändern. Ziel ist es, den Zugang zu medizinischer Hilfe einfacher und verständlicher zu machen. Rund 80 Prozent der Menschen im Land haben laut einer Studie Schwierigkeiten, sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden. Oft ist unklar, wann der Weg in die Notaufnahme nötig ist, wann Hausärztin oder -arzt ausreicht, oder wo es im Krisenfall schnelle medizinische Hilfe gibt.

Eine von der Robert-Bosch-Stiftung finanzierte Studie hat 2025 herausgefunden, dass sich knapp 82 Prozent der befragten Baden-Württemberger schwer im Gesundheitssystem bewegen können. Knapp 94 Prozent der Menschen mit niedrigem Bildungsniveau, 90 Prozent mit einem niedrigen Sozialstatus und 86 Prozent der Menschen mit eingeschränkten finanziellen Ressourcen verfügen demnach über eine geringe „navigationale Gesundheitskompetenz“.

Landkreise und Großstädte arbeiten gemeinsam

Das soll in Stadt und Land verbessert werden. Das Projekt „Navi-G – Kreisübergreifende Stärkung der navigationalen Gesundheitskompetenz in urbanen und ländlichen Räumen“ soll Lösungen erarbeiten. Beteiligt sind die Landeshauptstadt Stuttgart, die Landkreise Heilbronn, Lörrach, Ludwigsburg, Esslingen und Emmendingen sowie die Stadt Heilbronn.

Gemeinsam untersuchen die Stadt- und Landkreise zunächst, wo im Alltag die größten Hürden liegen. Auf dieser Grundlage entwickeln die Beteiligten konkrete Hilfen. Die Lösungen sollen sowohl im urbanen als auch im ländlichen Raum funktionieren.

Das Vorhaben wird durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg finanziert und bis Ende 2028 umgesetzt. Das Projekt verbindet städtische und ländliche Perspektiven und schafft einen Rahmen, in dem Erfahrungen gebündelt und praktikable Lösungen über Kreisgrenzen hinweg nutzbar gemacht werden.

Bessere Versorgung dank Patientenorientierung

Ziel ist es, Unter-, Fehl- und Überversorgung abzubauen Ressourcen zu schonen und die Qualität der Versorgung zu verbessern. So hat die Patienten-Fehlleitung bei der Diskussion um die Schließung von Notfallpraxen durch die Kassenärztliche Vereinigung eine große Rolle gespielt. (sta)

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